Den schönsten Sonnenaufgang gibt es auf dem Mosesberg 

Na, schon mal etwas davon gehört, vom Mosesberg. Dieser liegt auf dem Sinai. Aktuell streng bewacht von der Ägyptischen Armee, da es dort immer wieder terroristische Überfälle auf Touristen gab.

Auf dem Mosesberg (auch Dschebel Musa genannt) soll Gott Mose die 10 Gebote auf zwei steineren Tafeln übergeben haben (2. Mose 20,1–17). Der Berg ist 2.285 Meter hoch und ist Pilgerstätte des Judentums, des Christentums und des Islam. Am Fuße des Bergs befindet sich das Katharinen-Kloster (Sankt-Katarina-Kloster) aus dem 6. Jahrhundert, das bis heute noch bewohnt ist. Auf dem Klostergelände befindet sich der Überlieferung nach der Dornbusch, in dem Gott dem Mose erstmals erschien (2. Mose 3), bevor dieser das Volk aus Ägypten führte.

Also eine ganz wichtige religiöse Stätte und gleichzeitig ein Ort mit dem schönsten Sonneaufgang, den es auf der Welt gibt. Das muss man einfach gesehen und erlebt haben.

Mit dem Bus zur Haltestelle unterhalb des Katharien-Klosters zur Pass- und Leibes-Kontrolle. Dann ein langer Fußweg, vorbei am Kloster, anfangs noch normale, nicht so steile Feldwege. Dann später wird es steil, steinig und hart. Die Luft ist trocken. Und was noch schlimmer ist, nachts wandern von 1 Uhr bis 4 Uhr. Aber auch gut. Denn am Morgen beim Abstieg stellt man erst fest, welche schwieriegen Wege man gegangen ist, mit steilen Abhängen rechts und links. Also gut, dass man nichts gesehen hat, außer das kleine Licht einer Taschenlampe, die man hier bekommt.

Dann, der letzte Kilometer ist richtig schwer. Steil hoch über Felsen, Steine, Geröll. Dann Ausruhen bei den Beduinen, es gibt etwas zu Trinken und eine Kleinigkeit zu Essen. Manche schlafen in den Beduinen-Hütten.

Dann das letzte Stück vor dem Sonnenaufgang. Man sieht bereits die Corona um 4.30 Uhr ganz weit am Horizont. Dann geht es den Felsen hoch zur Hütte auf dem Mosesberg. Jeder versucht, sich einen gute Platz für Fotos oder einfach zum Genießen zu suchen. Manche Menschen klettern auf Mauern oder Felsen - mir wäre das zu gefährlich.

Und dann ist er da: Der Sonnenaufgang. Man macht Fotos, Videos, ganz viele. Die Zeit ist kurz, da die Sonne recht schnell auf geht und man ca. 2-2,5 Stunden für den heißen Abstieg benötigt. Und ganz wichtig das Bild mit dem Stein, als Beweis, das man hier war. Der Rest ist Erinnerung - eine wunderbare und immer noch eindrückliche Erinnerung an den schönsten Sonnenaufgang, den es auf der Welt gibt.

Dann der Abstieg, einfacher, aber dennoch vorsicht vor den Steinen, Felsen und vor dem Gerüll - man kann schnell ausrutschen. Danach ein Besuch im Kloster. Auch sehr eindrücklich. Historisch.

Mit dem Bus geht es zurück zum Hotel. Alle sind müde und schlagen. Alle sind geschafft von der harten Nacht, dem Aufstieg und Abstieg und den Erinnerungen an dieses Ereignis, von dem man immer geträumt hat.