Mein Jakobsweg - Menschen und Kulturen kennenlernen und voller Erwartung, was kommt ...

Ab 15. Juni 2026 bin dann mal weg ....

Ich reise mit der Bahn über Köln, Brüssel, Paris, Dax, Byonne bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port und gehe ab 17. Juni 2026, fast 25 Jahre auf den Tag genau, an dem Hape Kerkeling den selben Weg beschritt, auf den Jakobsweg - den Camino Frances, rund 800 km. Drückt mir die Daumen, dass alles gut klappt und ich nach ca. 32 Etappen und gut 1,5 Monaten in Santiago de Compostella ankomme. 

Ich versuche Euch über diese Webseite etwas auf dem Laufenden zu halten, Euch ein paar Bilder und Videos bereitzustellen und ein wenig über meine Eindrücke und Erfahrungen zu berichten. Gerne könnt Ihr auch Eure Kommentare hier aufnehmen. Ich freue mich.

Buen Camino.

Mein (kurzer) Reisebericht

 

Am Ende meiner langen Reise zuerst einmal herzlichen Dank an alle, die in dieser Zeit an mich gedacht, die mein Reisetagebuch täglich verfolgt, die mir persönlich geschrieben und mich immer wieder mit Nachrichten, Kommentaren und Zuspruch motiviert haben. Das hat mich sehr gefreut und mir sicherlich auch sehr geholfen. Danke euch ganz herzlich dafür. Liebe Grüße, Bernd

Tag 0 (-7) - 08.06.2026
Es ist schon eine Weile her, an dem der Wunsch bei mir aufkam, einmal den Jakobsweg zu gehen. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem man für sich die finale Entscheidung trifft und im Familienkreis und anderen davon erzählt. Und dann ist der point-of-no-return da.
Seit mehreren Monaten plane ich jetzt den Jakobsweg, lese viel hierüber (vielleicht zu viel), trainiere hierfür (es dürfte eigentlich etwas mehr sein), tausche mich mit Freunden/Bekannten aus, erhalte auch immer wieder nützliche Tipps. Die Reiseutensilien liegen alle bereit - viel Gepäck für 6 Wochen, natürlich der Pass, der Wander-Guide - und auch die Jakobsmuschel darf nicht fehlen. Ich bin gespannt, erwartungsvoll, schon etwas aufgeregt, interessiert, neugierig. Und auch wenn man alles sorgsam geplant hat, irgendwie kommt es dann doch anders. Nur noch eine Woche bis zum Start der Reise. 

Tag 0 (-1) 

Ich habe viele liebe Worte per Telefon, WhatsApp und Brief erhalten. Glück- und Segenswünsche, die mir Kraft und Stärke und Durchhaltevermögen geben sollen; die aber auch den Wunsch nach Selbstfindung, innerer Stärkung und den Blick für Natur, Mensch und die vielen kleinen Dinge im Leben ausdrücken. Danke dafür. Die Familie kam noch einmal komplett zum gemeinsamen Kaffee und kleine Geschenke, Glücksbringer gab es auch. Abends noch das 7 : 1 bei der WM und Pizza. Natürlich mussten auch noch bis Samstag die Einen oder Anderen kleinen Dinge zu Hause und der Schreibkram erledigt werden. Soweit (fast) alles geschafft.

Achja. Und umgebucht habe ich auch noch kurzfristig. Auf Ratschlag meines alten ehemaligen Kollegen und Experten für den Jakobsweg starte ich schon am 16. Juni und bleibe nur einen halben Tag in Saint-Jean-Pied-de-Port. Dafür übernachte ich im Refuge Orisson auf ca. 800 m, hab dann schon einige Höhenmeter hinter mir und teile somit die schwere 1. Route über die Pyrenäen. Eine meiner größten Sorgen erledigt. Danke Detlef! Und soviel zum langen Vorausplanen. Meist kommt es doch anders. Und jetzt kann es losgehen.

Tag 0: Montag, 15. Juni 2026, Anreise

Morgens früh um 7.00 Uhr ging es los. Über Königswinter, Köln, Paris bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port, über Orte und Städte, die ich vorher noch nicht gehört hatte. Nach mehr als 12 Stunden war ich dann endlich da. Immer am Zweifeln, ob ich den nächsten Anschlusszug bei 4 Umstiegen auch erreiche. Nunja, der letzte Zug von Bayonne ans Ziel fiel wegen "Ausfall der Ausrüstung" nach Google-Übersetzung gänzlich aus. Dafür brauchte der kurzerhand bereitgestellte Bus fast die doppelte Fahrtzeit. Der TGV nach Dax (kennt wahrscheinlich niemand) war dann auch noch eine richtige Bazillenschleuder. Hinter mir eine arch hustende ältere Frau, vor mit ein 6 Monate altes Kind mit Pseudokrupp und Schnupfen und von überall im oberen Stockwerk eines gefüllten Zuges Husten und Niesen - warum auch immer. Und bei ca 1.100 km Luftlinie von Königswinter nach Saint-Jean-Pied-de-Port und ca. 1.400 km Zugstrecke, sagt ChatGPT, sind doch 12.50 Stunden ok, oder?

Tag 1: Dienstag, 16. Juni 2026, Saint-Jean-Pied-de-Port nach Orisson. 7,41 km, 662 bergauf

Ich habe bereits mehrere Anfragen erhalten, ob ich heute, am 18. Juni, noch immer am Ausgangsort verweile, aus welchem Grund auch immer. Nein, ich hatte leider teilweise wegen schlechtem Internet, Problemen beim Editieren über Tablet etc. keine Möglichkeit, die Seite zu aktualisieren. Und machmal war ich abends einfach nur platt. Ich werde daher ab sofort jeden Tag zumindest aufzeigen, ohne viel zu schreiben, wo ich gerade gelandet bin. Also, macht euch keine Sorgen um mich. Und überdies lassen sich über das Tablet leider manche Bilder nicht korrekt drehen - also stört euch nicht daran. Muss ich dann später zu Hause am PC korrigieren.

Nach der Anreise am Montag habe ich mir noch abends ein wenig das kleine Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port angesehen. Wunderschön gelegen vor den hohen Bergen der Pyrenäen, malerische Gassen und alte Gebäude, Türme und die Zitadelle. Und irgendwie was mit Pilgern, was man vielleicht neben den vielen Hinweisen auf den Camino am meisten daran erkennt, dass bereits um 21 Uhr niemand mehr auf der Gasse ist und die meisten Restaurants und Bars bereits geschlossen sind. Man muss ja morgen ganz früh raus auf den Camino.

Morgens um 7.45 Uhr zum Pilgerheim, registrieren, informieren und den ersten Stempel in den für alle Pilger so wichtigen Pilgerpass abholen, den man wie den eigenen Augapfel schützt. Die liebe Denise aus Irland als freiwillige Helferin für mehrere Wochen hat das vorzüglich gemacht.

Wie gesagt, hatte ich die gute Entscheidung getroffen, die erste Route zu splitten. Was sich im Nachhinein als wirklich gute Entscheidung herausgestellt hat. Mein Ziel: Orisson, nur ca. 8 km entfernt. Doch diese Strecke hat es in sich, insbesondere am ersten Tag. Es geht über die gesamte Strecke bergauf, teilweise steil und steinig. Das kostet viel Kraft und Überwindung - und viel Schweiß.

Orisson war auch deshalb eine gute Entscheidung, da man dort alle die Pilger erstmals auf einem Haufen getroffen hat, die man auf den folgenden Kilometern immer mal wieder kurz oder auch intensiver trifft, den Weg teil. Beim abendlichen Essen mit Kartoffelsuppe, Bratenscheiben und Gemüse konnte sich jeder kurz mit Namen, Herkunft und Beweggründe für den Camino vorstellen. Natürlich klappt es bei einigen nicht so mit Englisch. Dafür war dann unsere Pamela aus Kroatien da, die aus französisch, italienisch und spanisch übersetzen konnte. Und nebenbei bemerkt, kann sie auch noch gut deutsch.

Gut, die Übernachtung in einer quasi Holzkiste mit einer Gardine ist nicht das Optimalste. Aber gemeinsam zu essen und zu trinken, sich zu unterhalten, war wirklich gut. Und absolut international. Deutsche kann man an einer Hand abzählen. Viele Pilger aus den USA, Dänemark, Schweden, Kroaten, viele Spanier und Franzosen, von weit her aus Süd-Korea oder Ausralien. Das macht den Camino aus und besonders.

Tag 2: Mittwoch, 17. Juni 2026, Orisson nach Roncesvalles, 18,3 km, 783 m bergauf, 627 m bergab

Geschafft. Ich habe die Pyrenäen bezwungen. Meine große Sorge vor der Reise. Mann, bin ich froh, gut und heil über den Berg gekommen zu sein.

Objektiv betrachtet eine wunderschöne Route mit vielen schönen Fotomotiven, von denen ich nur ein paar zeigen kann. Nur, der Schweiß , der hinter so manchem Bild steckt, ist leider nicht zu erkennen.

Nach einer etwas unruhigen Nacht, Mama Italia meinte noch bei ihrer 16 jährigen Tochter in deren Bett Schlafgeschichten erzählen zu müssen und dann, als sie sich bemühte, in ihr eigenes über ihr zu krabbeln, ging das Licht wegen des Bewegungssensors ständig an und aus. Bernie aus Liverpool wollte auch ganz früh weg, was er schlussendlich aber nicht tat, musste uns jedoch schon alle um 5.30 Uhr wecken. Mein Schlafwert auf meiner Uhr um 6 Uhr war so niedrig, dass ich noch bis 10 Uhr hätte schlafen müssen, um an mein erwünschtes Ergebnis zu kommen.

Letztlich hat das alles wieder der tolle Sonnenaufgang wett gemacht. Pure Sonne über den Bergen und im Tal weit unter uns der aufsteigende Nebel. Anschließend packen, kurzes Frühstück und los geht es.

Die Stecke: kontinuierlich bergauf, immer in der Hoffnung, dass die 1.484 m irgendwann erreicht sind. Aber auch hier der Blick in die Täler, die grasenden Kühe, Schafe und Pferde, die alle mit Glocke frei herumlaufen. Das ist schon etwas besonderes, auch wenn man bedenkt, dass das keine Hobby- sondern Nutztiere sind, die irgendwann einmal in der Pfanne oder Wurst landen.

Was gibt es noch an Besonderheiten, die ich auf den Bildern darstelle: Marienstatue, Rolandsquelle, Grenzübertritt von Frankreich nach Spanien.

Der Abstieg nach Roncesvalles auch nicht von schlechten Eltern, obwohl ich den abgemilderten, aber längeren Umweg gegangen bin. Das schont Füße und Knie.

Völlig erschöpft und ausgelaucht, durstig und verstaubt bin ich dann nach ca. 6,30 Stunden angekommen, um mir in der Herberge meinen Stempel im Pilgerpass abzuholen. Abends noch in die Kirche zu einer Messe mit anschließendem Pilgersegen. Erkenntnis für die nächsten Tage: Wasser, Wasser, Wasser. Ich denke, ich kann garnicht so viel und schnell trinken, wie ich ausschwitze.

Tag 3: Donnerstag, 18. Juni 2026, Roncesvalles nach Zubrini, 22,6 km, 421 m bergauf, 854 m bergab

Morgens früh, Wecker um 5.30 Uhr, schnell den Rest in den Rucksack, den ich abends zuvor schon gepackt hatte, verstauen. Insbesondere meine Wäsche, die leider im Hotel partout nicht trocknen wollte. 6.00 Uhr Abmarsch. Nachdem ich noch kurz in der aktuell geöffneten kleinen Kapelle der Abtei war, traf ich draußen Cara, eine Frau aus Colorado, USA. Gleiche Schrittgeschwindigkeit wie ich - ich bin nicht so schnell wie manche andere, die selbst bei steil bergauf fast hochlaufen oder über steinige oder Schotterwege fast zu fliegen scheinen. Aber es hat gepasst und wir sind von Anfang bis Ende die Route gemeinsam gelaufen, fast 7 Stunden. Eigentlich wird hier auf dem Camino fast nur Englisch gesprochen, mit Ausnahme einiger Spanier und Franzosen. Er ist nunmal sehr international. Und so auch Cara und ich  Konversation in Englisch über fast die gesamte Zeit, die dann einfach schneller vorbei geht, besonders wenn jeder etwas zu erzählen hat.

Die Wegstrecke anfangs toll flach durch Wälder und kleinere Orte, dann wieder steil bergauf, bis es dann später wieder steil bergab geht. Ich weiß nicht, für was ich mich hier mehr begeistern soll. Toll auch, dass es unterwegs kleinere Foodstopps oder Cafes gibt, wo man wieder etwas Auftanken kann, Kraft, Engergie und ganz besonders: Flüssigkeit.

Zubiri selbst, ein kleines Dörfchen, einen Lebenmittelladen, ca 12 qm groß, schließt um 17 Uhr, einem kleinen Imbiss mit sehr eingeschränkter Speisekarte, einer Kirche und einer bekannten historischen Brücke, die Puente de la Rabia, die über den kleinen idylischen Fluss Arga führt. Schön, dass meine Pension mit kleinem Garten, wo ich endlich meine Wäsche zum Trocknen hinhängen konnte, direkt an den Fluss grenzt und ich nach getaner Arbeit baden gehen und mich abkühlen konnte. Am Fluss haben sich dann auch gleich einige Pilger zusammengefunden, um im schönen, kühlen und klaren Wasser ihre schmerzenden Glieder zu lindern. Man kennt sich ja zwischenzeitlich.

Abends gabs dann noch in der Kirche "Prayer", anschließend noch etwas essen und dann ab ins Körbchen. Wie gesagt, da wo Pilger sind, geht nicht lange und laut Party, da man noch die Wunden des Tages leckt und dann müde ins Bett fällt, weil man ja morgen wieder sehr früh aufstehen muss und an die Strapazen der langen, heißen und anstrengenden Route denkt. In diesem Sinne auch gute Nacht.

 

Tag 4: Freitag, 19. Juni 2026 Zubiri nach Pamplona, 22,01 km, 457 m bergauf, 525 m bergab

Morgens wieder um 5.30 Uhr raus und 6 Uhr auf die Piste. Weitere Pilger sind bereits auf dem Weg, über die historische Brücke und dann ab in die Wälder, schön vor der Sonne geschützt. Teilweise sind die Waldwege für die Pilgertour sogar gepflastert, meine Hochachtung. Und in Pamplona kann man den Weg auch nicht verpassen, da alle 5 Meter eine Muschel im Pflaster eingelassen oder riesengroß aufgemalt ist. Doch es gibt auch Stellen, ich liebe sie (nicht), da gibt es nur einen Trampelpfad, links und rechts Gras, Gestrüpp und noch besser Brombeersträucher. Die tun dann mal so richtig weh auf der Haut. Und komisch ist auch, dass diese engen Pfade parallel über Kilometer zum normalen Weg verlaufen, die sichtlich einfacher zu laufen wären. Die Landschaft ist sehr schön und es gibt im Gegensatz zu Deutschland ganz viele bunte Schmetterlinge. Und leider wieder hohe Aufstiege mit dem darauf folgenden Abwärts, worüber sich manche Knie so nicht recht freuen können. Und dann trifft man noch auf ein Pferd, namens Rudolf, mit der Reiterin Mia aus Tschechien, die bereits mehrere Caminos hinter sich haben. Sie befinden sich auf dem Weg nach Saint-Jean-Pied-de-Port mit mehr als 1.000 Kilometern auf dem Pferderücken.

In Pamplona angekommen, erste Bekannte aus der Pilgerschar getroffen. Doch nein, nur Vorstadt und dann noch einmal 90 Minuten durch die Stadt durch den Park, über die alten Brücken, an der historischen Stadtmauer vorbei ins tägliche Getümmel - es ist ja Freitag, Wochenende. Die Temperaturen steigen, weil schon Mittagszeit. Ich war froh, dass ich im Hotelzimmer bevorzugt ein Zimmer vor Checkin-Zeit und eine 1 Liter Mineralwasserflasche bekam. Ich muss schlimm ausgesehen haben. Dann erst mal Badewanne - endlich. Und natürlich Wäsche waschen, wie immer.

Und wenn man einmal in Pamplona ist, will man auch etwas von der Stadt sehen. Die Stadt bereitet sich bereits mit Hochtouren auf die mehrtägige Fiesta Encierro vor, mit dem morgendlichen Stierrennen durch die historischen Straßen und den anschließenden Stierkämpfen. Wie jedes Jahr im Juli. Überall gibt es Souvenirs bis hin zur kompletten Ausstattung als Mozos, weiße Kleidung, rotes Halstuch und rote Baskenmütze. Es ist aber einmal interessant zu sehen, wo dies alles stattfindet, da man aus den Nachrichten ein falsches Bild von den Örtlichkeiten hat. Dann einkaufen und schlafen. Morgen geht es wieder früh raus.

Tag 5: Samstag, 20. Juni 2026, Pamplona nach Puente la Reina, 23,991 km, 515 m bergauf, 587 m bergab

Morgens früh fast ganz alleine in der frühen Stunde um 6.00 Uhr in Pamplona. Menschenleer, bis auf ein paar Pilger, die sich auf den Weg stadtauswärts gemacht haben. Einige Hundebesitzer, die mit ihrem Liebling Gassi gehen, Spuren der Verwüstung mit Pizzakartons, Einmalteller, Essensresten, an denen sich die Raben und Tauben erfreuen. Morgens ist es noch verhältnismäßig kühl, so bei 20 Grad. Die Temperaturen rasen jedoch mit aufsteigender Sonne schnell auf 30 Grad um 9.30/10 Uhr und mittags auf 39 Grad. Und dann dieser Weg nach Stadt und Vorstadt die ersten Berge hinauf. Zahlreiche Pilger nehmen beim ersten Foodstopp ihr kleines Frühstück ein. Von unten sieht man weit oben am Berg Windräder stehen und hofft, nicht dort hochgehen zu müssen. Aber genau das passiert und es kommt noch schlimmer. Fast kein Schatten den Weg hoch hinauf und die Sonne brennt vom Himmel herab. Wie häufig habe ich mir auf diesem Weg (und auch auf den weiteren) die Frage gestellt, warum unser lieber Jakob immer über die höchsten Hügel gehen musste und nicht den einfacheren Weg durchs Tal. Aber so ist es nunmal. Entlang an riesigen Getreidefeldern kommt man oben auf der Höhe an und hat einen wunderschönen Ausblick. Vorher noch einer etwas dehydrierten und recht aufgeregten spanischen Frau Wasser gegeben, die um etwas Wasser bat. Die Metallskulpturen auf der Spitze des Berges, die Alto del Perdon, die Darstellung der Pilgerreisen über viele Jahrhunderte, lädt für viele Selfies ein - so auch ich.

Was wir eben den Berg hochgegangen sind zu den Windrädern, geht es jetzt fast genauso runter. Wie gesagt: Ich verstehe es nicht. Es ist steinig und unbefestigt und bei einigen Pilgern zeigen sich Knieprobleme. So auch bei Kim aus Spanien, mit dem ich einige Kilometer gemeinsam gewandert bin. Nach anfänglicher englischer Kommunikation stellt sich heraus, dass wir auch deutsch miteinander sprechen können. Er hat wegen seiner Promotion in Robotic in Stuttgart und Berlin gewohnt. Im Tal wird schon kräftig gefeiert. Mit übergroßen Menschenfiguren und Musik geht es durch die Straßen zum Festplatz. Zeit noch eine kleine Pause zu machen, oder besser doch nicht. Nein, ich hab mich etwas zeitlich verkalkuliert, zu viel Pause, zu langsam beim Auf- und Abstieg, zu viele Fotos von Landschaft und Schmetterlingen. Das ist schlecht und wie vielleicht gewollt, 2,5 km vor Puente la Reina hab ich mir dann völlig erschöpft in Obanos eine Unterkunft gesucht. Ausgestattet mit einer Flasche mit stark gechlortem Leitungswasser wurde ich von der älteren Dame des Hauses in ein völlig überhitztes Zimmer gebracht. Der Ventilator hat hier auch nichts genutzt. Schön war die anschließende Abkühlung im hauseigenen Swimmingpool, nach Duschen, Wäschewaschen und was man halt so jeden Tag macht. Der freundliche Sohn hat mich dann auf Wunsch nach Puente zum Einkaufen gefahren. Musste sein, da der Folgetag ein Sonntag war und kaum Geschäfte offen haben. Kurz ein Bierchen und etwas zu Essen und dann mit dem Taxi zurück in die Pension. Nur soviel. Schlecht geschlafen hab ich richtig. Um 1.45 Uhr starteten die Obaner (oder wie man die Dorfbewohner nennt) ein Feuerwerk. Und als ich morgens das Fenster vollständig öffnete (wegen der Stechmücken) merkte ich, dass es draußen mindesten 15-20 Grad kälter war als in meinem Zimmer. Nunja, aber es muss weitergehen.

Tag 6:  Sonntag, 21. Juni 2026, Puente la Reina/Obanos nach Estella, 17,88+8 km, 468 m bergauf , 430 m bergab.

Nun, da ich ja letzte Nacht mehr aus Versehen 2,5 km vor Puente la Reina gelandet war, musste ich morgens früher raus. 2,5 km sind bei meinen morgendlichen Schritten ca. 30 Minuten. Später kann das dann auch mal eine Stunde dauern  - da kommen wir noch zu. Ich hatte eine schlechte Nacht - das hatte ich ja schon geschrieben. Auf den Fotos zu sehen: immer wieder historische Brücken, schön anzusehen. Meine Lieblingsplätze sind neben dem Hotel oder der Pension am Zielort und die schattigen Foodstopps und Cafes, bei denen es Kaffee und frisch gepressten Orangensaft gibt: Autobahnunterführungen. Ja, richtig. Sie sind kühl und schattig und manchmal kommt auch mal ein Lüftchen durch. Ein brühendheißer Tag mit 40 Grad. Die Sonne geht durch die Wäsche und brennt auf der Haut. Die Gehtöcke kann man nicht mehr richtig anfassen, da heiß. Das Einzige was zählt, Wasser und Schatten.

Aber es gibt auch schön Sachen. Menschen mit ihren Geschichten. Gut manches Mal schwieriger, zum Beispiel bei einer jungen Ukrainerin Katharina. Sie trägt das Bild ihres im Krieg gegen Russland getöteten Neffen nach Santiago de Compostella. Oder Fernando, ein Mann aus dem nahegelegenen Ort, der mich bei seinem Spaziergang auf Spanisch ansprach - ich muss wohl schlimm ausgesehen haben. Er wollte mich darauf hinweisen, dass ich bei dieser Hitze vorsichtig sein sollte. Hier hilft der Google-Live-Übersetzer, der es uns einfach machte, miteinander zu kommunizieren. Fernando ist schon einige Caminos gelaufen und erinnert sich auch an Bilbao, wo er wegen des heißen Wetters durch die Hölle gehen musste. 

Ja, es war heiß und zu heiß und zwischenzeitlich mittags. Nicht jeder hat so einen schönen und sicherlich hilfreichen, jedoch etwas lästigen, und dann noch knallroten Schirm wie Sören aus Deutschland. Also beschloss ich, die letzten 8 km mit dem Bus zu fahren. Der Aufwand und die Zeit in Spanien Bus zu fahren, rechtfertigt die 8 km in jedem Fall.

Mein Zimmer, bewusst auf Grund der Erfahrung der letzten Nacht nicht mit Ventilator, sondern mit richtiger Klimaanlage ausgestattet, war kühl, ruhig und komplett digital. Keine Person, die die Anmeldung macht und einem den Zimmerschlüssel in die Hand drückt. Nein, alles digital. Infos per Whatsapp, die letzten 4 Stellen meiner Mobil-Nr. als Eingangscode, Aktivierung einer App für das Öffnen der Zimmertür mit dem Handy. Toll, zumindest für mich, der sich gerne mit solchen modernen Dingen beschäftigt.

Klassisch-historisch wurde es danach. Kurzer Trip durch die leere Stadt - wer geht auch um 17 Uhr bei noch immer 40 Grad raus?? Dann noch etwas lecker essen und wieder ins Bett mit einer hoffentlich kühleren und angenehmeren Nacht als zuvor. Und natütlich Wäsche waschen - wie immer.

Tag 7: Montag, 22. Juni 2026, Estella nach Los Argos, 22,65 km, 475 m bergauf, 447 m bergab

Wie gut, dass ich so viele Bilder gemacht habe. Ansonsten wüsste ich heute, ein paar Tage später nicht mehr, wo ich an diesem Tag war, was überhaupt war und was es zu erzählen gibt. Ich weiß noch nicht einmal, wo ich vor ein paar Tagen war. Es geht alles so rasendschnell an mir vorbei. Ich habe jetzt schon so viele Übernachtungen hinter mir und konnte mir Städte und Orte jeweils nur kurz ansehen und dann am nächsten Tag weggewandert zum nächsten Ort. Und die Städtenamen konnte ich mir sowieso immer ganz schwer behalten. Aber auch auf dieser Reise gibt es wieder einiges Erzählenswertes. Zum Beispiel der Brunnen Fuente del Vino am Ortsausgang von Estella. Hier kann man sich entweder Wasser oder auch Wein abzapfen bis das Fass dann leer ist. Da steht man gerne etwas länger. Einige machen es wie vorgesehen und trinken den Wein aus einer Jakobsmuschel. Andere haben sich gleich eine ganze Literflasche zum Auf- und Abfüllen mitgebracht. Leider war ich doch etwas zu früh und der nette Mitarbeiter hatte das Fass noch nicht angeschlossenen. Wahrscheinlich gut so.

Morgens hatte ich eine Schocknachricht erhalten, dass mein Zimmer in Los Argos überbucht worden sei und man sicherlich noch eine andere Bleibe für mich finden würde.

Auch heute war es wieder heiß und die Landschaft zeigte sich leider ohne einen Schattenplatz. Da freut man sich über jedes Cafe, was einem entgegenkommt. Und ich glaube, ich habe noch nieeeee so viel wie hier getrunken. Gut, es kommt ja auch gleich wieder aus allen Poren heraus. Gut, dass ich vorsorglich mal einen Rucksacktransport beauftragt hatte. 13 kg weniger zu tragen, das hat was, oder? 

Nach dem Duschen und kurzem Ausruhen gehe ich immer ein wenig durch die Stadt, in die kleinen Gassen und schaue mir die kleinen Lädchen an, immer mit einem Blick a) wo kann ich Flüssiges kaufen und b) wo könnte ich abends was essen. Und zumeist gehe ich auch in die abendliche Messe, die mit dem Pilgersegen abschließt. So in Roncevalles noch viele Pilger waren, werden es jetzt von Ort zu Ort immer weniger. Es ist, neben der kühlen Kirche ein Genuss das prunkvolle Innere der Kirchen zu sehen. Jede Kirche ist etwas Besonderes. Aber eines fällt auf: die Frauen sind die, die die Kirche hochhalten. Es sind fast ausschließlich Frauen im Gottesdienst, sie machen die Lesung, sie sammeln Kollekte und sie sind eifrig und stetig beim Rosenkranzgebet und bei der Lithurgie.

Und übrigens habe ich noch ein kleines und heißes Zimmer in Los Argos bekommen und eine Paella zum Abendessen.

Tag 8: Dienstag, 23. Juni 2026, Los Argos nach Viana, 19,01 km, 404 m bergauf, 379 m bergab

Wieder morgens früh raus. Eigentlich jeden Tag der gleiche Ablauf. Morgens früh raus, sehen, dass man seine 20-25 km hin bekommt, nachmittags Wunden lecken, Wäsche waschen, duschen, für den nächsten Wandertag einkaufen, neue Bleibe im neuen Ort suchen, Transportservice buchen, Abendessen, Stadt/Dorf erkunden, in die Kirche gehen, dann noch den wichtigen Stempel im Pilgerpass und schlussendlich den Rucksack packen, schlafen. Check. Ich versuche eigentlich immer wenn möglich in die Messe zu gehen, auch wenn ich nichts verstehe. Aber es ist einfach schön dort. Und einen Stempel, den es hier tatsächlich überall in Cafes, Übernachtungsmöglichkeiten und sogar Foodtrucks gibt, hole ich mir fast immer in der Kirche ab. Ich muss kein Stempel von irgendjemanden, den ich nicht kenne, haben. Ausnahme Dona Felisa am Ortseingang von Logrono, von der auch Hape Kerkeling in seinem Buch schreibt. Sie ist leider schon 2001 gestorben, die Tochter führte das im Sinne der Mutter weiter und ist zwischenzeitlich auch verstorben. Aber der Stand wir von Getreuen weitergeführt. Dort habe ich mir natürlich einen Stempel geholt. Ehrensache.

Häufig gehe ich die Wege ganz allein. Mal trifft man jemanden - indem ich meistens überholt werde - spricht miteinander und häufig merkt man, wenn der- oder diejenige schneller ist und weitergehen möchte. Aber auch, weil ich vielleicht zu alt und/oder zu langweilig bin. Egal. Aber es gibt auch tolle Begegnungen - ich berichtete ja schon. Ein neuer Freundschaftsvorschlag: Georg, braun gebrannt, blonde Haare, Vollbart aus Tennessee. Ich hörte jemanden schnellen Schrittes hinter mir, aber ich hörte auch ein Singen. Das mache ich manches Mal auch. Ich fragte, was er so singe. Dann hat er mir christliche Lieder aus den USA vorgesungen, ich ihm dann welche aus Deutschland vorgesungen und anschließend haben wir zusammen gesungen - Oceans von Hillsong. Gerne wieder. Mal sehen.

Die lange, recht eintönige Strecke, neben Weizenfeldern hinter mich gebracht, kam ich dann in ein wunderschönes Örtchen namens Viana. Das hatte ich so eingeplant mit dem nächsten Ort, um nicht zu lange Strecken bei der heißen Sonne zu gehen. Die Altstadt ist wunderschön mit kleinen Gassen, Cafes, Restaurants, einer imposanten Kirche und anderen historischen Gebäuden. Ich hatte mir ein tolles Hotel im Zentrum für günstiges Geld besorgt. Es gab Calamaris zu Mittag und später in der Pilgrims Oasis leckeren Kaffee, ein nettes Gespräch mit dem Inhaber, zwei älteren Französinnen und ein paar Austauschschülerinnen die im Pilgrims u.a. Dienst schie

ben müssen. Dazu handgemachte Musik mit Stimme und Gitarre. Mann, die jungen Leute können heute wirklich nicht mehr singen.

Messe mit Pilgersegen, einem netten Plausch mit den Pastoren, von denen der Jüngere mal wirklich Englisch sprach. Und ab in mein Hotel - ich fühle mich wie ein Premium-Pilger, der nicht in Herbergen, sondern Hotels übernachtet. Ich versuche das jedoch auf ein gewisses Maß zu reduzieren. Damit ich nicht, wie Hauke aus Deutschland es sagte: zu einem Gucci-Pilger verwahrlose. Die Schuhe und die Stöcke zeigen nach mehr als 100 km Wanderung erste erhebliche Gebrauchsabnutzungen - also doch kein Gucci. Gute Nacht.

Tag 9: Mittwoch, 24. Juni 2026, Viana nach Navarrete, 13,46 km + 12 km, 286 m bergauf, 270 m bergab

Meistens kommt es anders als gedacht. Es hatte eigentlich alles gepasst. Toller Ort Viana, nette Gespräche und Treffen am Vortag, Essen, Trinken, Rucksack fertig gepackt und Hotel mit guter Ausstattung inklusive Klimaanlage. Und doch war alles anders als geplant, als ich morgens um 5.30 Uhr nach meinem Handyalarm ins Bad ging. Mir wurde auf einmal sehr schlecht, der Kreislauf war komplett am A... und ich musste mich erst einmal auf die Ablage hinter der Badewanne setzen. Ich schwitzte wahnsinnig und war nicht mehr in der Lage, aufzustehen und mich ins Bett zu legen. Nach gut und gerne 20-30 Minuten rappelte ich mich langsam auf und ging, eher schlich, ins Bett, nahm eine Vomex und schlief erst einmal. Was nun, Hotel in Navarrete und Transport des Rucksacks bestellt und ich lag jetzt da, halb wach, halb Schlaf. Dann stornierte ich per E-Mail den Transportservice und schaute in mich rein, was ich jetzt so machen sollte. Schlussendlich ging es mir so 11 Uhr wieder besser und ich entschloss mich, die Strecke bis nach Logrono zu gehen und die restliche Strecke mit dem Bus zu fahren.

Die 13 km waren echt anstrengend, wieder sehr heiß und ich wusste nicht, ob die Probleme mit dem Kreislauf bei der Hitze und bei Durst wieder auftreten. Ich schleppte mich mehr schlecht als recht die Strecke entlang, es gab ja auch nicht besonderes zu sehen. Die letzten Kilometer wurden mir "versüßt" durch Greg, einem Rechtsanwalt aus Oregon mit Vorträgen über USA, Demokratie und Trump. Aber es war wirklich sehr unterhaltsam und interessant. Schön war auch die kurze Unterhaltung am Haus von Donna Felisa am Ortseingang von Logrono gelegen - eine Institution. Und der obligatorische Stempel in den Pilgerpass musste auch sein.

Mit dem Bus von Logrono nach Navarrete ist es nicht so einfach, hatte das ja schon einmal erwähnt. Hier war es noch schwieriger, langer Weg in die Stadtmitte, dann an einer großen Kreuzung soll der Bus kommen. Die Kreuzung ähnelte einem Busbahnhof an allen acht Seiten - und es war eine große Kreuzung und es waren viele, sehr viele Busse. Und ich wurde von den netten, hilfsbereiten Busfahrenden und -fahrern leider ohne Erfolg hin und her geschickt und das mindestens 20 Minuten und das bei dieser Hitze. Zwischenzeitlich waren wahrscheinlich auch bereits viele Busse gefahren. Aber irgendwann klappt es dann ja auch mal.

In Navarrete angekommen. Auch hier wieder eine hilfsbereite Dame im Bus, die mir zu verstehen gab, als ich aussteigen wollte, dass ich noch sitzenbleiben solle. Ergebnis, ich musste die komplette Strecke bei Mittagshitze mit Gepäck zum Hotel zurücklaufen. Nunja, sie wollte ja nur helfen.

Aber Navarrete, ein schönes kleines Örtchen mit einer schönen Kirche und einem tollen Tapas-Restaurant direkt unterhalb, alles noch hand-made und nur gegen Cash. Und dann später zurück zu Fuß den einen Kilometer zum Hotel, denn morgen geht es schon wieder weiter. Auf ein Neues.

Tag 10: Donnerstag, 25. Juni 2026, Navarrete nach Najera, 17,4 km, 182 m bergauf, 215 m bergab

Wieder ein heißer Tag, morgens früh vor 7.00 Uhr, die lange Landstraße entlang Richtung Najera. Morgens früh kann man noch gut und schell wandern, wenn die Sonne gerade erst mit dir aufgestanden ist. Ab 10 Uhr wird es immer heißer und wenn dann wenig Schatten ist, kann das ganz schön auf Birne und Boby gehen. Natürlich freut man sich auf die nächste Kaffeestation, muss jedoch häufig dafür vorher leiden, da es meist steil bergauf zum Ort geht. Da setzt zwischenzeitlich ein richtiger Wettbewerb ein. Es fahren Leute mit Autos herum und verteilen kleine Werbezettel, oder es stehen Leute 100 m vor dem Ort und weisen darauf hin, dass das 2. Cafe im Ort das bessere sei und man das erste tunlichst meiden solle. Nun, man geht eigentlich immer dorthin, wo auch Pilger sind. Man kennt sich und tauscht sich aus. 

In Najera angekommen, ein riesiges Kloster und eine schöne alte Kirche, kleine schmale Gässchen mit Cafes und Restaurants. Erst einmal ein Bierchen zum Durst löschen, dann Calamaris mit Fritten bestellt. Und natürlich hat sich der Kellner verhört. Ich wollte einen Teller mit den Ringen und Fries und nicht je eine komplette Portion. Zum ersten Mal in meinem langen Leben, dass ich meine Calamaris nicht aufessen konnte. Dann Registrierung fürs Hotel. Der Co-Chef geht die 100 m gleich mit zum Haus, kurz vorher noch im Kloster den schönen Stempel in meinen Pass abholen und dann bekomme ich alles bis ins Detail erklärt. Hinter Najera, also unmittbar vor meinem Hotelzimmerfenster bäumt ich ein riesiger roter Felsen auf. Sieht toll aus, wie eine Theaterkulisse. 

Abends wollte ich noch gerne in die Kirche, die meist tagsüber geschlossen sind, dann noch um 19.00 Uhr ein Treffen mit Claudia und Hauke mit einem dreigängigen, eher etwas spärlichem Pilgermenü, von dem kein Pilger die lange Strecke überleben wird. Und wenn mal man in Roja ist, auch noch zwei Gläschen Rotwein. Hier fragten mich beide, ob ich denn im Kloster gewesen wäre, was ich verneinte. Ich Doof. Ich dachte die von beiden geschilderte Attraktion wäre in der Kirche - daher wollte ich auch dort hin. Aber nein. Die ist im Kloster und das hat zwischenzeitlich geschlossen Dann halt beim nächsten Camino. 

 

Tag 11: Freitag, 26. Juni 2026, Najera nach Santo Domingo de la Calzada, 15,73 km, 233 m bergauf, 252 m bergab

Es gibt Tage, an denen man sich fragt: Warum? Warum machst du so etwas? Warum setzt du dich diesen Strapazen aus? Wofür machst du das? Nun, ich kann diese Frage nicht beantworten. Es ist tief in mir drin, das ich das machen möchte. Warum auch immer. Und ich frage mich auch öfters mittags, wenn ich am Zielort müde und erschöpft ankomme: Morgen früh wieder aufstehen, wieder so weit gehen? Der Körper tut einem weh - mal hier mal da, mal überall. Klappt das überhaupt morgen wieder zu wandern? Es erfordert einen starken Willen, dies immer wieder zu tun. Und das Tag für Tag.

Aber es gibt auch tolle Ereignisse, mit denen man für all die Strapazen belohnt wird. Oder hat jemand schon einmal zwei Hühner in der Kirche gesehen. Das gibt es wirklich in Santo Domingo, in der Kirche, in der der Namenspatron beigesetzt ist.

Am Anfang der Tour meinte es der liebe Gott gut mit mir - endlich mal ein wenig bewölkt, doch später kam die Sonne wieder zum Vorschein und verwandelte die Strecke mit den vielen Weizenfeldern links, rechts, vorne und hinten zu einem Brutkasten. Wieder heiß und wenig Möglichkeiten, sich im Schatten etwas abzukühlen. Da kommen einem die Kilometer doppelt solange vor wie normal. Ist man erst einmal am Zielort, freut man sich wie dolle. Schlecht für die Pilger ist immer, dass wenn sie dann ankommen, gerade die spanische Siesta anfängt, so ab 13.30- 17.00 Uhr - so genau nimmt man das nicht. Und dann gibt es nichts zu essen und nichts zum Einkaufen, bis auf wenige Ausnahmen. Google hilft da manchmal auch nicht weiter, weil nicht korrekt. Dann läuft und läuft man und steht doch vor verychlossener Tür, obwohl Google sagt "Offen".

Untergebracht bin ich in einem Apparnent mit gemeinsamen Bad und gemeinsamer Küche. Endlich mal die Kleidung richtig in der Waschmaschine waschen und einen Kühlschrsnk gibt es auch. Toll, mal an Pilger gedacht. Nur, wenn man auf der Toilette sitzt, muss man aufpassen, dass nicht einer aus den beiden weiteren Zimmern hinein kommt. Denn jeder hat ja einen Schlüssel.

Die Kathedrale in Santo Domingo ist wirklich sehenswert. Dort ist das Grab des Namenspatrons und Helfers der Pilger. Doch zuvor über die 111 Stufen in den Glockenturm. Tolle Aussicht. Und, wie gesagt, schaut mal, ob ihr auf dem Foto die beiden Hühner seht und was die dort oben sollen. Kleine Fragestunde. Übrigens, bei mir hat der Hahn gekräht. Also alles gut.

Tag 12: Samstag, 27. Juni 2026, Santo Dominco de la Calzada nach Belorado, 24,7 km, 410 m bergauf, 288 m bergab

Morgens wieder früh raus aus dem Appartment. Glücklicher Weise sind die anderen noch nicht wach und ich kann mich in Ruhe fertig und auf den Weg machen. Zum Jakobsweg an der Kathedrale muss ich noch einige Meter gehen. Die Füße und die Achillessehnen schmerzen, aber es muss ja weitergehen und irgendwann hört das wieder auf - spätestens bis man dann am Zielort kaputt auf dem Bett liegt. Dann tut's wieder weh.

Ja, wieder heiß und wieder weite Felder und wieder kein Schatten. Aber ich habe ab der zweiten Strecke zwei nette Begleierinnen. Joey und Reid aus Amerika. Reid hat mehrere Jahre in Deutschland gelebt und kann mir immer dann behilflich sein, wenn mir das englische Wort nicht direkt einfällt. Joey habe ich bereits in Orisson kennengelernt, und in der ersten Nacht hat sie eine Etage im Hochbett über mir geschlafen. Es ist immer interessant. Menschen, die man irgendwann einmal auf dem Camino kennengelernt hat, oder die in der gleichen Herberge geschlafen haben, tauchen urplötzlich wieder auf. Und manche sieht man dann immer mal wieder, andere tauchen komplett ab.

Ich schlafe mal wieder in der Herberge, in einem 6 Betten Mixed-Schlafraum mit 3 Hochbetten. Schon irgendwie komisch, aber irgendwie auch wieder witzig. Und natürlich - Joey und Reid schlafen im gleichen Raum und dann noch John, ein Unternehmer aus Ungarn, den es auf der Strecke ziemlich gebeutelt hat. Er ist beim Fotografieren mehrere Meter den Abhang hinunter gestürzt, musste mit dem Krankenwagen gerettet werden und lag ein paar Tage im Krankenhaus. Seine Knöchel sehen nicht gut aus - aber weiter geht's.  Das Hostel ist voll mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Der Clou: ein kleines Schwimmbecken. Abends gemeinsames Essen im Hostel und 22.00 Uhr Licht aus und Ruhe. Ganz knallhart. Vorher haben wir noch mit einigen jungen Leuten gemeinsam gesungen, Beatles, Cat Stevens usw. Ich durfte dazu klampfen. War echt schön. Auf einen hoffentlich guten Schlaf. Gut, dass ich die exklusiven Ohrstöpsel vom DM-Markt mit dabei habe. Einfach toll und überlebenswichtig.

Tag 13: Sonntag, 28. Juni 2026, Belorado nach San Juan de Ortega, 22,65 km, 505 m bergauf, 224 m bergab

Die Nacht war schwierig, anfangs heiß und bis spät abends noch lautes Geschrei von groß bis klein aus einem nahegelegenen Lokal. Morgens früh um 4 Uhr folgte ein Temperatursturz, bei dem ich alles in meinem Rucksack bei nächtlicher Dunkelheit durchsuchte und anzog, was mir dort in die Hände kam und ohne die anderen zu wecken. Morgens um 5 Uhr machten sich dann die ersten wieder auf Tour. Man kann also nicht von einer ruhigen Nacht reden.

Draußen war es morgens kalt und es wurde noch kälter mit dem aufkommenden Nebel beim Aufstieg über die Berge. Gut, dass es vorher auf der Strecke die Möglichkeit für einen Kaffee gab. Die Kleidung fühlte sich richtig klamm an - hoffentlich gibt es keinen Regen. Mühsam der Aufstieg auf den Berg, kleine Fliegen zu tausenden, die nichts anderes vor hatten, als mir immer wieder ins Gesicht zu fliegen - die Säcke. Richtig unangenehm.

Auf der Strecke gesellte sich zeitweise Jeroen aus Belgien dazu, blieb aber beim mobilen Foodtruck auf der langweilig und langen Wegstrecke im Wald zurück, um sich die langatmigen Geschichten des Besizers anzuhören. Runter nach San Joan de Ortega wurde es wieder brühend heiß. Ich wusste eigentlich nicht, warum der Camino durch ein solch kleines Nest mit 20 Bürgern geht und was es mit dem lieben Joan so auf sich hat. Er hat den Camino unterstützt, hat Brücken bauen und Wälder für die Wege roden lassen. Also ganz wichtig für den Jakobsweg und daher liegt er dort in einem kirchenähnlichen Gebäude begraben.

Von manchen lieben Menschen muss man sich dann jetzt auch verabschieden, da viele bis Burgos gehen und von dort nach Hause fliegen. So auch Speedy Ellie, die schnellste Wandererin, die ich je gesehen habe. Italienerin, lebt in Canada, eine total nette Type, die ich vor Logrono kennengelernt habe. Ohrhörer im Ohr und mit flottem Stechschritt mit ihren Gestöcken an einem vobei  - mit ihr muss man einfach sprechen.

Nachmittags und abends im Restaurant etwas essen. Dem Restaurantbesitzer gehört glaube ich auch das Hotel, ein schönes und modernes Gebäude. Er besitzt damit mindestens 20% des Dorfs. Dann kommt ein Gewitter mit starkem Regen auf und hält uns alle im Haus. Nun, was will man sonst auch in diesem kleinen und beschaulichen Ort anderes machen. Die meisten sind weitergegangen. Ich plane an meiner Landkarte die nächsten Touren und Hotels. Ich habe mir vorgenommen, am 24.07.2026 nach Deutschland zurückzufligen. Sportlich. Na dann: Gute Nacht.

Tag 14: Montag, 29. Juni 2026 San Juan de Ortega nach Burgos, 28,25 km, 292 m bergauf, 434 m bergab

Nach dem gestrigen Gewitter hat sich die Temperatur etwaa abgekühlt und es ist neblig. Ich kann mich im Hotel gemütlich fertig machen und meinen Rücksack zum Transportservice bereitstellen, den ich immer mal wieder an heißen Tagen und/oder für längere Distanzen nutze. Draußen ist es richtig kalt - wie immer trage ich eine kurze Hose, T-Shirt mit Unterhemd. Meine amerikanischen Freunde, eine vierköpfige Familie Eltern und zwei Jungs sowie ein älteres Ehepaar, das seit Tagen mit ihnen geht (Bob und Jeanine) ziehen sich vorsichtshalber mal einen Anorak an. Meiner ist im Rucksack, es geht aber auch ohne, muss ja.

Glücklicherweise regnet es nicht, es ist aber kalt und der Nebel lässt das auf der Haut noch deutlicher spüren. Aber warm wird einem schon wieder beim nächsten Aufstieg über eine Steingeröllmasse bis oben auf das Plateaux. Weit sichtbar und als Zeichen ein großes Kreuz. Dann wieder über Fels und Kies runter. Jeroen begleitet mich. Vor Burgos eine Entscheidung: den kürzeren Weg auf der Straße am Flughafen rechts entlang oder den Nicht-Camino links am Flughafen, auf normalem Weg, aber 5 km länger. Ich entschließe mich für den sicheren, aber weiteren Weg, den mir Jeroen ans Herz legt. Und so komme ich, nachdem ich den kompletten Flughafen umrundet und den Park von Burgos einmal durchquert habe, müde und erschöpft in Burgos an. Zwischenzeitig ist es wieder richtig heiß geworden und auch mein Hunger ist dann der sogenannte Heißhunger. Zum Glück finde ich in der Vorstadt ein schönes Cafe mit Bier und tollen Schnittchen mit Fisch.

Hier in Burgos herrscht schon eine tolle und ausgelassene Stimmung. Es ist die jährliche Feier für den Jünger Petrus und den Apostel Paulus am 29. Juni, die sogenannte Los Sampedros. Es ist ein riesiges, ausgelassenes Fest, das über eine Woche gefeiert wird. Überall in der Stadt und insbesondere um die Kathedrale Musik, Menschen in ihren Trachten, Essensstände, Singen, Lachen, Tanzen. Blumengestecke auf der Treppe zur Kathedrale und eine riesige Madonna auf einem Blumenpodest vor der Kirche.

Neben einem spontanen Besuch beim Friseur, was unbedingt einmal sein musste, ist die Kathedrale in Burgos Pflicht. Ich könnte 100 Bilder über diese prächtige Kirche, ihren Hauptaltar, den Chorbereich und die vielen Nebenaltäre einstellen. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Da ich am nächsten Tag wieder früh aus den Federn muss, konnte ich leider an dem Hochfest Peter und Paul nicht bis spät abends mit dabei sein und das Feuerwerk um 23.30 Uhr konnte ich auch nur hören und nicht sehen. Egal, ist leider so. Ich muss mich auf meinen Marsch konzentrieren.

Tag 15:  Dienstag, 30. Juni 2026, Bugos nach Hornillos del Camino, 22,08 km, 247 m bergauf, 292 m bergab

Morgens wieder früh aus meinem noblen Hotelzimmer zurück auf den tristen, staubigen Weg. Die Spuren der Nacht in Burgos nach dem großen Volksfest werden gerade von städischen Mitarbeitern beseitigt. Es geht durch eine leere Stadt, hier und da werden Brötchen geholt und einige Männer stehen in einem kleinen Cafe und nehmen ein kurzes Frühstück ein. Die Kathedrale ist jetzt, wo niemand da ist, so mächtig und groß, ein glanzvoller Bau. Vorbei durch das alte Stadttor und raus aus der Stadt durch geschwungene Gassen, über die Brücke und dann ab auf Feldwege.

Die Wege wieder wenig schattig, sehr steinig und es gibt hier und da etwas zu sehen. Störche, die auf den Kirchturmspitzen ihre Jungen füttern, künsterische Wandbemalungen und alte Kirchen. In einer kleinen Kirche, die von außen eher unspektakulär aussieht, wartet eine ältere Dame auf Besucher. Mit voller Hingabe stempelt sie das Logo der Kirche in den Pilgerpass, segnet die Pilger  und gibt jedem voller Ehrerbietung ein paar Wünsche mit auf den Weg und überreicht dazu einen kleinen, wunderschönen silberfarbenen Anhänger mit einem Marienbild, auf der Rückseite ein Marienmonogramm mit den Buchstaben A und M, das Kreuz und die 12 Sterne aus der Offenbarung 12,1 (sagt ChatGPT).

Unterwegs im ersten Cafe treffe ich die laute Laurel aus San Francisco, wie immer mit einem gellenden Ruf "Hey Beeeeernd". Wir frühstücken zusammen und gehen dann eine Weile zusammen den etwas eintönigen Weg. Ich kenne Laura bereits seit dem Weg nach Santo Domingo. Sie ist Lehrerin an der Highschool, gut gelaut, positiv und fast immer laut am Lachen. Sie ist weitaus schneller als ich und ich biete ihr an, nicht auf mich zu warten, sondern ihre eigene Geschwindigkeit zu laufen. Aber wie es der Zufall will: wir sind in der selben Herberge.

Nunja, man muss sich die Bilder ansehen, wie die Betten im Schlafraum angeordnet sind und man kann sich vorstellen, dass die Nacht mit Maximalbelegung 11 Personen nicht gerade ruhig vonstatten geht. Hier treffe ich auch wieder einmal einen Deutschen: Fabian aus Stuttgart, Anfang 30 und Architekt. Und auch John aus Ungarn taucht wieder auf wie Phönix aus der Asche. Es ist nett und einige werde ich in den nächten Tagen immer wiedersehen. Auch hier in der Herberge gilt: 22 Uhr Nachtuhe. Doch zuvor Wäsche waschen, einkaufen im gegenüber liegenden Tante-Emma-Laden, gemeinsames Abendessen und dann ab in die Quietsche-Betten.

Tag 16: Mittwoch 1. Juli 2026, Hornillos del Camino nach Castrojeriz, 21,7 km, 285 m bergauf, 303 m bergab

Irgendwie kam ich morgens nicht so ganz schnell aus den Federn. In unserem 10 Bett-Zimmer, glücklicher Weise war das nicht voll belegt, sind die ersten schon um 4 Uhr aufgestanden. Im Flur geht dann automatisch das Licht an, wenn die Tür aufgemacht wird. Es stört. John aus Ungarn meinte noch, dass er bis spät nachts am Handy sein müsste und mein netter amerikanischer Freund, der quer und damit fast Kopf an Kopf, getrennt durch ein klrines Regal neben mir lag, war die ganze Nacht am Sägen.

Dann gings los, den Hinterausgang des Hostels raus und auf die einsamen Straßen des Ortes hinauf an den Weizenfeldern vorbei. Am ersten Cafe waren nach gut 7 km schon die ersten Pilger. Man kennt sich zwischenzeitig. Es ist windig draußen und ich setze mich daher zu Laurel in die gute Stube, entschließen uns dann, auch ein Stück gemeinsam zu gehen. Wieder vorbei an Feldern, auf steinigen Wegen, dann eine schöne alte und doch modern eingerichtete Kirche mit Bibeln in unterschiedlichen Sprachen vor einem kleinen Taize-Altar. Dann das riesige, fast komplett verfallene Kloster Conventa de San Anton. Die Ruinen deutet auf eine gewaltige Klosterkirche hin. Auch trifft man sich mit Pilgern, die von einem Cafe zum andern pilgern.

Dann geht es weiter nach Castrojeritz, ich fühle mich als wäre ich in Polen und nicht in Spanien. Auch hier ein großes Kloster, das nur noch touristisch besucht wird. Es ist wieder knüppelheiß und dann trifft man sich noch einmal im Biergarten neben dem Kloster, bevor man die restlichen ca. 1,4 km bis zur Herberge absolvieren muss.

In der Herberge, dieses mal keine Hochbetten, sondern pfleglich 6 Einzelbetten schön im Raum verteilt. Gaby aus Holland neben mir. Abends wieder mal in einem typischen spanischen Pub mit WM essen und um 22 Uhr ist Einschluss. Da müssen dann slle da sein, im Bett liegen und Ruhe. Aber das wird eine Nacht, Bill aus den USA hat uns schon bei seinem Mittagsschlaf gezeigt, was der drauf hat. Nichts mit Ruhe.

Tag 17: Mittwoch, 2. Juli 2026, Castrojeriz nach Boadilla del Camino, 20,2 km, 294 m bergauf, 314 m bergab

Wie immer möchte ich gerne morgens früh raus. Nun, in einem Schlafsaal mit Pilgern sorgsam nebeneinandrr aufgereiht ist das Schlafen nicht so einfach - und auch nicht das Aufstehen am nächsten Morgen, wenn alles noch dunkel, man seine 7 Sachen packen muss. Ich muss an meiner Organisation des abendlichen Sortierens und morgendlichen Packens noch einiges optimieren Auch heute morgen kam ich nicht so ganz schnell aus den Federn und mit dem Frühstück, das ich ausahmsweise mal mitgebucht hstte, ging es auch nicht so schnell. Und, wie vermutet, Bill und als Sopranstimme Katy aus den USA haben fast die ganze Nacht durchgeschnarcht  - man hört doch immer ein wenig trotz der guten DM-Ohrstöpsel. Gleichzeitig bat unser spanischer Freund abends, der mit seinem Sohn auf dem Fahrrad den Weg radelt, dass wir besser das Fenster zumachen sollten. Die wachen Wir schauten ihn unglaubwürdig an und versuchten ihm auf Englisch deutlich zu machen, dass wir das gerne anders hätten, weil zu heiß und kein Sauerstoff und so. Aber leider konnte er kein Englisch und das Fenster blieb zu. Zudem fingen wie auch die letzgen Tage morgens einige schon um 4.30 Uhr an, aufzustehen und ihren Rucksack zu packen. Und das geht dann bis zu meinem eigenen Erwachen nahtlos mit den anderen weiter. Kurz: Ich war wieder verständlicher Weise müde. Wer wäre das nicht?

Spät war auch an diesem Tag Laurel wegen Vorsorgung ihrer Füße. Und da schon alle auf dem Weg waren, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit mir ein paar Meter zusammen zu gehen. Es war schön am Morgen, frisch, etwas kühler, toller Sonnenaufgang, bis zu dem Zeitpunkt, als vor uns auf einmal ein riesiger Berg auftauchte, den wir um diese frühe Morgenstund erklimmen mussten. Wir waren alle froh, als wir oben ankamen und bestätigten dies mit einem Bravo-Foto. Aber wie es so ist, oben windig und kühl zu dieser Zeit und danach darf es wieder steil bergab gehen. Da weiß man nicht, was man lieber tut, hoch oder runter.

Unterkunft, neben einem komplett überfüllten Hostel gab es nur noch ein Hotel im Ort. Das war mein zu Hause an diesem Tag und in dieser Nacht. Endlich wieder mal alleine schlafen, baden und solange aufbleiben, wie man will. Wollen ja, geht leider nicht, weil zu kaputt und müde. Abends gabs noch eine große Essensrunde, zu der die Bewohner des Hostels auch kommen durften. Nun, es gab ja an diesem Ort kein snderes Restaurant oder keine andere Bar. Ganz schön clever.

Schön auch die Störche oben auf dem Kirchturm, der direkt an das Hotel anschließt, morgens ganz früh hört man sie klappernm, die Klapperstörche, und nach dem Frühstück gabs Flugtraining mit den Eltern. Schön, das aus der Nähe anzussehen. Doch dann geht es wiedet on the road again.

Tag 18: Freitag 3. Juli 2026, Boardilla del Camino nach Carron de los Condes, 27,97 km, 257 m bergauf, 201 m bergab

Ich war in meinem Hotel gut untergebracht und daher putzmunter. Also stand ich schon früh auf und ging meinen Weg. Die Sonne wachte auch so langsam auf und ließ mich schöne Morgenfotos machen. Entlang am Fluß, wo ein Einheimischer Flusskrebse aus seinen Netzen holte, an den Kanälen, die für die Bewässerung der riesigen Felder benötigt werden, über eine Schleuse hinweg. Alles noch sehr romantisch und schön. Das ändert sich aber von Stunde zu Stunde, wenn die Sonne heiß, ohne ein Wölkchen oder etwas Wind vom Himmel scheint. Dann werden auch die langen Wege ohne Schatten, häufig parallel zur Landstrasse, zu einer Höllenqual. Eigentlich freut man sich dann immer nur, wenn man in seiner Unterkunft angekommen ist. Und noch schlimmer - man fragt sich: warum machst du das, warum tust du dir so etwas an. Du weißt genau, dass du nachher nach dem Check-in und einer Dusche fertig auf dem Bett liegst und erst einmal von Nichts und Niemanden etwas wissen willst.

Mir wurde er bereits mehrmals staunend und begeistert angekündigt, der aktuelle Held des Caminos. Markus aus Augsburg, ein schlanker Endfünfziger mit Vollbart, hellbraunem Haar, von Beruf Sozialpädagoge und aktuell wegen des Jakobsweges ein Sabatical macht. Er hat sich bereits im April auf den Weg gemacht, von zu Hause, in den Süden zum Bodensee, über die Schweiz nach Frankreich bis jetzt auf dem spanischen Camino Frances 2.200 km gewandert. Er hat viel erlebt, hat viel zu erzählen, wir sind uns in vielen Punkten gleich - naja, mal davon abgesehen, dass er ein eingefleischter Bayern München Fan ist. Wir treffen uns beim Kaffee nach dem Besuch einer alten Kathdrale und gehen letzten 6 km in der brühenden Hitze zusammen und die Zeit vergeht echt schnell, da wir uns gegenseitig viel zu erzählen haben. Wir werden in den nächsten Tagen immer mal wieder zusammen gehen, auch wenn er dann immer einen Gang zurück schalten muss. Aber was tut man nicht alles für seinen Camino-Abschnitts-Gefährten.

Abends Kirche, auch wenn ich Nichts verstehe, da alles nur in spanischer Sprache, auch wenn ein Großteil der Pilger doch englisch versteht. Aber es ist doch immer schön und die netten Schwestern singen wie Engelein zur Gitarre, anschließend geben sie jedem einzelnen den Pilgersegen. Und wer sich brav den Segen abgeholt hat, bekommt auch einen Stempel in seinen Pilgerpass, auf den jeder aufpasst wie auf seinen eigenen Augapfel.

Von Schlafen, trotz Hotel in Carron, einem wunderschönen, idyllischen kleinen Ort mit vielen kleinen Geschäften, ist nicht zu denken. Bei den Spaniern geht am Freitagabend immer die Post ab. Gut, viel und langes Essen, dabei extrem laut sprechen, nein, eigentlich mehr schreien, da jeder zur gleichen Zeit entwas sagen will. Und dazu lautes Lachen. Da ist einem um 23 Uhr, wenn man morgens früh aufstehen muss, echt mehr zum Heulen. Also Fenster zu, trotz überhitztem Dachgeschoss und hoffen, dass irgendwann mal Schluss ist und man das Fenster zum Atmen wieder öffnen kann. Also: Gute Nacht.

 

Tag 19: Samstag 4. Juli 2026, Carron de los Condes nach Ledigos, 23,38 km, 210 m bergauf, 176 m bergab

Morgens trotz langem Treiben der spanischen Feierrunden bis 2 Uhr geht es wieder früh raus. Raus aus meiner kleinen Pension, die  direkt am Camino liegt und an der bereits Horden von Pilgern durch das noch dunkle Städtchen mit den engen Gassen vorbeitreiben.. Meine alten Sangesfreunde aus Belarado waren auch schon auf den Beinen, wie immer lautstark. Martin hatte ich zeitlich verpasst, da er früher unterwegs war. Klar, er hatte ja am Vortagmittag den Termin mit mir verschlafen und musste daher auch fit sein. Bei mir sah es leider anders aus, müde und gequält habe ich mich auf den Weg gemacht. Noch mehr Getränke mitgenommen, da es hieß, auf gut 18 km gibt es keine Bar, kein Cafe oder sonst etwas - was sich nachher als falsch herausstellte und man sich fragt, warum man so viel Wasser mitgenommen hat, um eine ganze Kompanie zu versorgen. Aber an diesen Wassertränken, genannt Bars, Cafes oder Foodtrucks, trifft man sie wieder alle, die man schon lange oder erst seit kurzem kennt und Pilger, die man hier erst kennenlernt. Denn ein Pilger kennt immer jemanden, den man selbst noch nicht kennt.

Entlang an Weiden, Weizen. Feldern - hab ich in den letzten Tagen schon ausgiebig erzählt. Ist aber immer das Gleiche. Oh nein, es gibt das erste Mal Sonnenblumen, soweit das Auge reicht und die wenden sich der Sonne zu, wir hingegen eher ab, um einen Sonnenbrand oder Sonnenstich zu vermeiden.

Angekommen in der Herberge und richtig schön. Bar, Restaurant und Herberge, alles zusammen. Neben ein paar Häusern und einer Kirche, die nicht mehr als solche verwendet wird und die leider auch wieder geschlossen war, als ich sie besichtigen wolltem, gibt es in dem Dorf Nicht - sußer dieses Alles-in-Allem. Das Haus neu, ein geräumiger Schlafsaal, ein großer, gemütlich und geschmackvoll eingerichteter Gemeinsachftsraum und eine schöne Wiese mittendrin. Auf Wunsch Massage, was ich mir mal für meine geschundenen Füße geleistet habe, natürlich kostenpflichtig. Anschließend Abendessen mit meinen Freunden mit gutem Essen und Wein -  ein Vater mit seiner Tochter aus China gesellte sich dazu, konnte aber leider nicht viel mit uns sprechen, da er sehr wenig Englisch konnte. Dann wieder relaxen auf der Wiese und um 22 Uhr ruhe im Raum.

Tag 20: Sonntag, 5. Juli 2026, Ledgios nach Bercianos del Real Camino, 28,96 km, 294 m bergauf, 316 m bergab

Ich wollte ganz früh weg, wollte extra kein Frühstück einnehmen und erhielt dafür am Vorabend einen riesigen Beutel gefüllt mit Obst, Crossants, eine Flasche O-Saft sowie weiteren Kleinigkeiten. Wie das morgens so ist, man will die anderen im Schlafsaal nicht wecken - es dauert länger, bis man seine 7 Sachen eingepackt und dann noch einmal mit dem Handylicht alles abgesucht hat, ob nicht doch etwas liegen geblieben ist. Dann beim Schuhe-anziehen, den einen oder anderen getroffen - verquatscht. Pünktlich zu Frühstücksbeginn bin ich dann mit meinem Rucksack und dem Plastikbeutel als Nahrungsreserve für den ganzen Tag weg. Als ich dann das Frühstücksbuffet sah, staunte ich nicht schlecht: alles, was man sich so zum Frühstück vorstellen konnte, war aufgetischt über die komplette hintere Raumfront. Ich musste mich zwangsläufig richtig ärgern, dass ich dieses köstliche Frühstück mit leckerem, frisch gemahlenen Kaffee jetzt nicht einnehmen konnte. Mit leerem und ärgerlichem Bauch zog ich los. Nicht weit entfernt, so 700 m und ich stellte fest, dass ich Hut, Rucksack und Freßbeutel bei mir hatte, nicht aber meine Stöcke. Also wieder zurück, mit noch etwas mehr Ärger, der sich dann noch verstärkte, als ich die anderen beim Frühstück mit Kaffee sah. Und, als ich dann noch auf meine Uhr sah. Ich wollte eigentlich früh weg gegangen sein. Und hätte jetzt doch in Ruhe frühstücken können.

Der Weg eintönig, verblümt mit wunderschönen Sonnenblumenfeldern, schönen Wandmalereien und heiß.

Ein Trostpflästerchen an diesem Tag. In Sahagün habe ich die Hälfte des Caminos überschritten, dem Mitad del Camino, also die Stecke von 382 km. Hier gibt es auch im Ort die Möglichkeit, sich ein Zertifikat ausstellen zu lassen, was ich aber nicht gemacht habe. 

Wie immer, wenn man in eine Stadt hinein kommt, ein riesiges, nicht endendes Industriegebiet, kilometerweit, bis man dann endlich das Stadtzentrum erreicht, einen Kaffee und etwas Schatten zu sich nehmen kann.

Dann in die Herberge nach weiteren Kilometern, müde, verschwitzt und ausgetrocknet. Dort ist schon Party angesagt. Die Mädels aus USA, Gaby aus den Niederlanden haben schon ihre Wäsche gewaschen und die kompletten Wäscheständer eingenommen, sodass man garnicht an Wäschewaschen denken kann. Die sitzen im Schatten, trinken bereits genüsslich und spielen Uno - und das stundenlang. In der Bar im gleichen Gebäude laute, etwas nervige spanische Musik - nervig daher, da sie sich nach 1 Stunde immer wiederholt.

Hier treffe ich auch Klaus, ein Wegbegleiter von Markus, der auf meine Frage, woher er komme, lediglich sagte: aus dem Nordbadischen. Auf meine ergänzende Frage: und woher genau? Nun, zwischen Heidelberg und Karlsruhe. Gut, dann, will ich es nicht wissen. Aber nett ist er trotzdem.

Dann Einkauf für morgen, doch noch Wäsche waschen, einen großen leckeren Hamburger mit zwei Bier und ab ins Bett. Leider wollte niemand mit mir tauschen, ich musste also das obere Bett über eine Leiter erklimmen, in der Hoffnung, dass ich nachts nicht herausfalle oder desgleichen mal auf Toilette gehen muss. Der Tagebucheintrag zeigt, dass ich noch lebe.Gute Nacht um 22 Uhr, da schlafen die meisten schon wieder.

Tag 21:  Montag 6. Juli 2026, Bercaianos der Real Campino nach Mansilla de las Mulas, 27,31 km, 166 m bergauf, 221 m bergab

Nachts um 4 Uhr geht es in der Herberge los. Die ersten gehen schon. Ich hatte mich mit Markus und Klaus verabredet, die nächste Route gemeinsam zu gehen. Als ich dann endlich fertig war, standen die beiden schon bereit, ein wenig säuerlich, da ich noch immer nicht fertig war. Ich versprach, dass ich nächsten Cafe den Kaffee zahlen würde, was ich dann auch tat. Noch langsamer als ich, war lediglich John aus Ungarn, bei dem ich immer ein wenig das Gefühl habe, dass er auch mal Taxi fährt, da er komischer Weise immer vor mir ankam, obwohl er mich nicht überholte und er immer nerst ach mir wegging. Nunja. Ich werde es nicht ändern: ich bin ein Spätaufteher, der jetzt schon seit 21 Tagen gezwungen wird, um 6.00 Uhr aufzustehen.

Wie immer, morgens ein toller Sonnenaufgang, später wird es wieder knackig heiß und ich wundere mich, dass Klaus mit den schnellen Schritten von Markus mit kommt, obwohl er auch schon 68 Jahre alt ist und im Gegensatz zu mir, der ich den Gepäcktransport favorisiert habe, seinen Rucksack selber trägt.

Nach langen 27 km kommen wir endlich am Zielort an. Markus hatte den Tipp für die Herberge bekommen und mich dann mit angemeldet. Ein Raum mit 4 Hochbetten - ich hatte glücklicherweise jetzt mal unten. Über mir Liz aus Frankreich, die auch schon über 1000 km gelaufen ist.

Einkaufen und wieder mal Apotheke, um meinen dicken Zeh zu versorgen. Stichwort Zeh. Eine Woche vor Camino war ich bei einer Podologin, also medizinische Fußpflege. Im Februar war mir auf Weiberfastnacht so ein Irrer in der Bahn auf den Fuß getreten. Großer Zeh am linken Fuß komplett blau. Jetzt nach 4 Monten die große Frage: was machen mit dem Nagel, der sich teilweise gelöst hatte. Podologin sagt: abmachen. Wirklich? Ich gehe in einer Woche wandern auf dem Jakobsweg. Kein Problem. Sie hatte Recht. Das war aber der linke große Zeh. Den rechten sollte sie sich mal anschauen, schnibbelte dann etwas mit der Schere,. Nein da ist Nichts, alles Ok. Zu Hause merkte ich, dass der Zeh am Nagel etwas blutete. Ok, kein Problem, dachte ich. Doch falsch. Bis heute, fast 4 Wochen noch immer ein Problem, das ich jeden Tag spüre, das jeden Tag behandelt werden muss. Na warte, wenn ich wieder zu Hause bin :-).

Essen und Fußball. Auch zwei wichtige Punkte an diesem Tag. Erst einmal war die Küche belegt, da einige meinten sich ein 3 Gänge Menue herzaubern zu müssen. Da steht man, wartet mit knurrendem Magen und einem Knurren in der Stimme. Markus hatte mich zum Essen eingeladen und Klaus schnipselte den Salat. Sehr schön, macht ihr beiden das. Es gab Spagetti mit Bolognese und Salat. Draußen im Freien, wir Dreien.

Fußball. Wir wollten das sehen. Spiel Spanien gegen Portugal. Doch wo? Nachfrage bei der benachbarten Bar bei einer jungen Dame, die vermeintlich alles verstanden hat, was ich gesagt habe: Yes. Gut, super. Wir, Markus und ich, los, mit zwei Spaniern im Trott. Ergebnis: No, die Bar hatte jetzt doch zu.... Nicht zu begreifen. Eine nette Nachbarin bot uns an, ihr Fenster zu öffnen, damit wir auf ihrern Fernseher schauen konnten. Aber wir lehnten ab, auch weil kein Bier. Der liebe Wächter der Herberge hatte uns leider nicht zugestanden, erst nach Spielende zu kommen und schwor uns auf die 22 Uhr ein. Wir fanden ein schönes Lokal mit zwei großen Fernsehern und vielen Spaniern, die das Spiel laut und klattschend verfolgten. Nun, nach der ersten Halbzeit ging es bei 0 : 0 ins Körbchen in einem Raum, der einem Brutkasten ähnelte. Wie kann man da nur schlafen bei dieser Hitze und ich musste erst einmal um 23 Uhr für eine Stunde draußen sitzen und etwas trinken, mich abkühlen, bevor ich dann irgendwann in meinem Hochbettchen, was viel zu kurz für mich war, eingeschlafen bin.

 

Tag 22: Dienstag, 7. Juli 2026, Mansilla de las Mulas nach Leon, 20,93 km, 234 m bergauf, 190 m bergab

Markus und Klaus wollten schon früh weg und ich habe mich dsnn alleine auf die Socken gemacht. Es war wie immer morgens. Leere Straßen, Ruhe, Vogelgezwitscher und ein toller Sonnenaufgang. Kurz etwas in der Herberge gegessen und dann raus. Ich habe mich schon sehr auf Leon gefreut. Eine große, interessante Stadt, mit vielen historischen Gebäuden und Shops. Shops? Ja, meine kurze Jeans ist so kaputt, dass ich mir eine neue Hose kaufen muss. Aber wie immer ist der Weg dorthin erst einmal weit und heiß. Unterwegs natürlich einen Kaffe, den ich brauche, um richtig wach und auf Touren zu kommen. Dann eine große Gruppe von Störchen im Gras, ganz nah bei mir. Der Morgenhimmel zeichnet wunderbare Bilder. Mit der aufgehenden Sonne und den wenigen Wolken. Später wird es dann wieder heiß und zu allem Verdruß führt der lange Weg unter, über und neben den vielen Autobahnen her, Leon ist als nicht mehr frrn. Denkste. Du siehst von der Höhe auf die Stadt und traust den Augen nicht, dass du noch 8 km gehen musst. Alles scheint so nahe, ist aber zu Fuß noch so weit. Durch die Vorstadt, dann endlich nach vielen Kilometern ein Hauch von Zentrum und trotzdem geht es noch weiter bis zum Endpunkt: die Kathdrale Santa Maria. Zwischendurch wieder mal eine Kirche, an def ich nicht vorbei gehen kann, wenn diese offen. Dann am Ziel. Pünktlich zum Mittagsgebet.

Anschließend in mein 400 m entferntes Hotel in dem alles über mein Mobil geöffnet, verschlossen, registriert etc. wird. Dann Besuch der Kathedrale mit ihren tollen Altaren und dem Chorraum. Muss man einmal gesehen haben. Draußen ein starker Sturm mit Gewitter, den ich dann später auch noch hatnah miterleben konnte, als Baugitter umfielen, Stühle und Tische über den Platz flogen und Menschen in die nahegelegenen Galerien und Bars flüchteten.

Dann Suche nach einem Begleitungsgeschäft für mich, nicht Schicki-micki. Es dauert, aber ich finde das Geschäft und einen kompetenten jungen Mann, der mir nicht nur auf Anhieb die richtige Hose brachte, sondern auch die Hose, die ich anhatte, als kurze Jeans abschnitt. Dann noch Essen für abends im Hotel kaufen - ich kann ja nich immer auswärts essen gehen. Zufällig Herrn Gaudi auf der Bank getroffen und konntr einen Blick auf seine neuen Werke werfen. Überal gibt es was zu sehen. Toll.

Später Besuch und Pilgersegen in der zweitgrößten und dennoch bedeutenden Kathedrale Isidoro, der Schutzheiligen der Pilger. Und wer den Segen erhalten hat, bekommt dann auch den Stempel im Pilgerpass ganz besonders in der Sakristei der Kirche. Vorher noch gemeinsam das Lied der Pilger singen und den Erklärungen des Priesters lauschen - alles in Spanisch. Insofern kam mir alles etwas spanisch vor. Also nichts verstanden.

Dann auf dem Rückweg noch meine lieben Pilgerfreunde getroffen. Markus und Klaus fragten auch nach einem gemeinsamen Bier. Gaby wird in Leon aufhören und zurück nach Holland fliegen. Also recht viel los. Da ich Essen gekauft hatte und müde war, bin ich dann zurück ins Hotel. Hier wurde meine kurze Jeanhose, die mehr einem Putzlappen glich, entsorgt. Dann schlafen, mal wieder in Ruhe und in einem gut gekühlten Raum.

Tag 23: Mittwoch 8. Juli 2026, Leon nach San Martin del Camino, 26,02 km, 298 m bergauf, 275 m bergab

Leon morgens wieder ganz früh. Gut ausgeschlafen in meinem kleinen, vollautomatisierten Hotel ging es wieder auf Tour. Sicherlich hätte man noch einen weiteren Tag in Leon verbringen können, aber der Camino ruft. Einige sind in Leon geblieben, so auch der Canadier Silian, den ich schon sehr lange immer wieder auf der Strecke oder abends getroffen habe. Manche verbringen einen weiteren Tag, manche fliegen nach Hause. Aber es kommen auch immer wieder neue Pilger hinzu, wie Steff aus Belgien, der wie ich in größeren Städten das Problem hat, den Camino zu finden. Entlang an den historischen Gebäuden, der Stadtmauer, am Kloster entlang und dann wieder ganz viel und lange Vorstadt, bis man dann endlich wieder auf den normalen Wegen geht, ohne permanent über die App verfolgen, ob man auf Abwegen ist. Steff, ein passionierter Wanderer und Outdoorfreak, trennt sich dann aber von mir, ich bin ihm wahrscheinlich zu langsam. Ich entscheide mich für den Weg entlang der Straße - es gibt auch einen weiteren Weg, entwas länger, durch's Bewaldete. 

Es ist wieder brühend heiß. Aber es gibt auch schöne Seiten am Weg, der teilweise über keinerlei Schatten verfügt. Der Camino-Stein zeigt "nur noch" 300 km, interessante Häuser, die alten Kirchen mit den Storchennestern und auch ein Kollege der DHL musste wieder für ein Selfie herhalten. Ich glaube nicht dass er weiß, was das sollte. Dann wieder ganz viel Cafes, Zeit zum Verschnaufen, etwas Kühles zu trinken. Eine Dame aus Florida erscheint, fast halb verdurstet am Cafem komplett dehydriert, mit einer 0,5 Liter Flasche. An einem Tag wie diesen trinke ich mal so schlappe2-3 Liter auf dem Weg - später geht es weiter - mit Trinken.

Doch bevor ich die tolle Herberge in San Martin erreich, muss ich noch ein ca. 4,5 km schurstrackes Stück an einer Straße gehen, kein Schatten, nichts. 

Aber die Herberge war schön, gutes Essen und Wein mit weiteren Pilgern, ein vollbelegter Schlafraum mit 4 Doppelbetten - aber auch eine Waschmaschin (musste mal wiedersein) und einen Pool. Später Einkaufen in einem gut 500 m entferntdn kleinen Markt. Auf dem Hinweg treffe ich Steff (so ist das hier auf dem Camino). Er ist mal die 4,5+0,5 km hierhergelaufen, um entwas einzukaufen. Er hätte sein Zelt an einem Camingplatz für 12 Euro aufgebaut. Muss jetzt wieder die gesamte Strecke zurück. Nunja, meine Herberge hat 18 Euro gekostet. Wer's mag.

Abends habe ich noch länger meine weitere Planung, Strecke, Herbergen, Buchungen gemacht und wollte, da ich gutes Internet hatte, noch etwas in mein Tagebuch schreiben. Musste aber nach draußen in den Garten, da der öffentliche Bereich gereinigt und abgeschlissen wird. Draußen traf ich Simon aus Dänemerk, der die Nacht über mir verbringen muss, im Etagenbett natürlich. Nach 5 Minuten mussten wir gehen, da wir total von Mücken gestochen wurden - ich habe heute noch immer die kleinen roten Flecken an Armen und Beinen. Die Mistfiecher. In der Herberge selbst schliefen wieder alle um 23 Uhr. Dann leise, ins Bett und schlafen. Gute Nacht.

Tag 24: Donnerstag 9. Juli 2026, San Martin de Camino nach Astorga, 25,51 km, 305 m bergauf, 323 m bergab

Morgens, wie jeden Morgen, scheint schon zur Gewohnheit zj werden, um 6 Uhr wecken. Aber eigentlich muss man nicht wecken. Papa und Tochter aus China sind schon seit kurz vor 4 unterwegs. Ich weiß nicht, wie man um 4.30 Uhr schon draußen im Dunklen herumlaufen kann. Ich gehe auch früh raus, denn ich habe mich mit Markus und Klaus, die tags zuvor wo anders genächtigt hatten, verabredet. Wir wolen uns dort treffen, wo die beiden Routen wieder zusammen führen. Und wie immer sind beidd überpünktlich und ich nich so ganz. Ich verliere immer wieder Zeit, da icv das Eine oder Andere sehe, stehenbleibe und wenn erforderlich fotografiere. Fast immer den Sonnenaufgang, der etwas Besonderes ist, odrf Schmetterlinge, die sich nicht so leichg von mir ablichten lassen. Es geht wiedf wie am Vortag entlang der Straße, durch kleinere Orte, über enge Pfade durchs Gebüsch. Und immer wieder fallen Dinge auf, die die Pilger hier liebevoll hinterlassen haben, auf dem Weg, am Wegkreuz oder den Caminosteinen. Handbemalte Steine mit Sprüchen, kleine Steintürme oder private Dinge, da können auch mal die Wanderschuhe hängen. Es wird wieder heiß. Auf der Strecke sehenswert das Städtchen Hospital de Orbigo mit einer schönen, alten Brücke, auf der wir und billich verewigt haben. Doch dann geht es wieder bergauf, an den Weizenfeldern vorbei. Kurzes gemeinsames Frühstück und dann schauen, dass man die 25 km bei Hitze und wenig Schatten bewältigt.

Von weitem sieht man schon die Kathedrale von Atorga. Doch es liegen noch viele Kilometer vor uns. Durch kleine Gässchen, bei denen man denkt, man soll bewusst Umwege laufen, üver einen Bahnübergang, drr seines Gleichen sucht. Er geht im Zick-Zack auf der einen Seite über 3 Etagen hoch und in gleicher Weise auf der anderen Seite herunter. Und ich liebe Industriegebiete - wie immer, sehr weitläufig und kein Schatten. Dann trennen sich unsere Wege wieder. Ich bin ineiner Herberge untr schweizerischer Leitung mit vielen altbekannten Pilgern zusammen. Eng ist es, mindestens 8 Bettreihen, und dazu nocb kalt. Da hat jemand die Klimaanlagd ganz schön kalt gestellt. Und die zielt dann noch genau auf mein Bett, was ich für die. Nacht nicht gut finde.

Ich schaue mir die Stadt und die wunderschöne Kathedrale an. Sehenswert auch der von Gaudi entworfene Palast, Palacio Gaudi, der heutd als Museum genutzt wird.

Abends gabes noch ein gemeinsames Pilgermenue und dann schlafen.

Tag 25: Freitag 10. Juli 2026, Astorga nach Rabanal del Camino, 20,77 km, 336 m bergauf, 79 m bergab

Schlecht geschlafen wache ich um 6.00 Uhr auf. Die Klimaanlage hat mich richtig kalt erwischt. Ich habe mir meine Decke genommen und diese vor das Bett gehangen, dass die kalte Luft mich nicht so sehr erwischt. Ich hoffe, ich habe mir keinen Zug oder eine Erkältung geholt. War um 4 Uhr schon mal wach und ab 5 Uhr ist sowieso nicht mehr an Schlafen zu denken. Ich mache mich fertig, esse meinen Alpro Joghurt, den ich mir wenn möglich regelmäßig kaufe und mir dann morgens reinziehe. Dann den Berg hoch zur Kathedrale und den richtigen Weg aus der Stadt finden. Manchmal nicht so ganz einfach. An der Straße entlang, schnell noch einen Stempel in einer alten Kirche abholen. In Kirchen sitzen öfters Frauen, meist älteren Semesters, die für eine kleine Spende diesen für Pilger so wichtigen Dienst erfüllen. Man will ja gaaanz viele Stempelabdrucke als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Manche Abdrucke sind liebevoll gestaltet und im Pass abgedruckt. Manchen sieht man schon an, dass auch nach 10 Jahren immer noch der gleiche Stempel verwendet wird, der dann auch mal lieblos abgedruckt wird. Manches Mal liegen die Stempel an ein kleines Seilchen gekettet als Schutz vor diebischen Elstern nur da und kann diesen in seinem Pass selbst anbringen. Aber es gibt auch sehr kreative Ideen, z.B. einen Abdruck unter Verwendung von Siegellack, besondere Farben im Stempel, Prägung im Papier des Passes  - oder auch nur ein wunderschön und mit viel Liebe erstelltes Stempelmotiv. Hier ist allem freien Raum gelassen und man möchte natürlich gerne genau diese schönen Stempel in seinem Credential.

Viel gibt es zum Weg sonst nicht zu sagen. Frühstück mit vielen anderen Pilgern. Man hält immer dort, wo schon viele Pilger sind. Und so bleiben manche Bars/Cafes menschenleer, andere bis zum Ende voll. Der Weg führt wieder bergauf, an den bekannten Feldern vorbei und ich komme müde und erschöpft in meinem Hotel an. Komisch, bei nur 20 km. Ja, die schlechten Nächte hängen einem immer nach. Das Hotel hat ein angeschlossenes Restaurant und hier geht es genau der Reihe nach. Auf Grund der Stoßzeit mittags ist das Restaurant proppenvoll, und es ist nur eine Person da, die eigentlich alles macht. Von der Zubereitung kleinerer Snacks bis zum Bier zapfen und kassieren. Ja, und eigentlich sollte sie mich jetzt mal einchecken, was gefühlt 30 Minuten dauert. Ihr Mann kommt dann später zu Hilfe, als alles schon vorbei war - gute Arbeitsteilung nennt man das.

Ich habe ein kleines Zimmer über dem Restaurant, etwas in die Jahre gekommen, dafür aber echt teuer. Nach duschen, Mittagesschlaf abhalten geht es noch kurz einkaufen. Es fängt ein wenig an zu gewittern und etwas zu regnen. Aber ich komme gut zurück in meine aufgeheizte kleine Bude. Ein kurzes Abendessen auf dem Bett mit dem, was es hier in den uns bekannten Tante Emma Läden spärliches zu kaufen gibt. Das Restaurant wie auch sonst alles macht hier die Läden zu. Hier im Ort ist Nichts los. Dann noch das tägliche Telefonat mit der Familie  und dann geht es dann ab in die Kiste. Morgen geht es ja. wieder früh raus.

Tag 26: Samstag 11. Juli 2026, Rabanal der Camino nach El Acebo de San Miguel, 18,83 km, 492 m bergauf, 499 bergab

Auf manche Wege und Tage kann man gerne verzichten. So dieser Tag. Ich hatte einigermaßen gut geschlafen, doch mir tat die linke Schulter weh, warum auch immer. Dazu kam dan noch def unsäglich schlechte Weg. Sowohl nach oben als auch nach unten. Geröllsteine, schwer zu gehen. Hier haben sich so manche die Knie vertreten oder haben sicv kleknere Wunden an Knien oder  Arme zugezogen. Nicht umsonst findet man unterhalb ein Schild, auf der die Telefon-Nr. von Taxi-Unternehmen aufgeklebt sind. Ich denke, es gibt viele, die wie ich wieder sagen: Warum tust du dir das an? Nun, da müssen wir jetzt durch. Die Schmerzen in der Schulter werden immer schlimmer. Eine nervige Jugendgruppe mit ihren Vätern sieht anscheinend nich wie ich leidd, als ich dann endlich an der neu gebauten Herberge abkomme. Eigentlich müsste ich mich freuen, Schwimmbad, Liegewiese, Bar und ein sonniger Tag zudem. Aber die Ychmerzen. Ich kann den Arm seitwärts nicht mehr anheben. Schön, dass es zufälliger Weise einen Masseur gibt, bei dem ich um 16 Uhr dann einen Termin habe. Nach defrdoch sehr schmerzhaften Masssge, wo mich der nette indische Mann versucht hat, zu dehnen und zu strecken gab es Abendessen. Ich solle dann später noch einmal ins Freibad und ein paar Übungen machen, was ich dann auch  nach dem Abendessen tat. Das Essen wollte mir, wegen meiner Schmerzen, aber auch wegen meiner Sorge, den Jakobsweg vielleicht abbrechen zu müssen, garnicht so richtig schmecken wollte. 

20 Uhr, aufziehender Regen  - man glaubt garnicht, wie kalt das Wasser ist. Schnell meine Übungen und ein paar Bahnen gemacht und dann schnell wieder raus.

Im Raum warteten meine beiden Schlafgenossen, ein Mann mit seiner Partnerin aus England bereits auf mich. Dann schlafen, was ich den Rest des Tages bereits gemacht hatte. Aber ging nicht, da draußen noch bis 23 Uhr die Mucke lief und sich einige Spanier lautstark unterhalten. Und das in einer sogenannten Herberge, in def die ersten Pilger bereits um 21 Uhr ins Bett gehen. Nunja, ein paar Tabletten gegen die Schmerzen, zuerst Fenster zu, dann auf, weil ich sonst erstickt wäre. Ich kann nur hoffen, dass die Schmerzen morgen weg sind, ansonsten muss ich ins Hospital und im schlimmsten Fall alles abbrechen.

Tag 27: Sonntag 12. Juli 2026, El Acebo de San Miguel nach Ponferrada, 15,21 km, 109 m bergauf, 701 m bergab

Knacks machte es einmal in der Nacht in meinem Rücken und die Schmerzen waren fast weg. Natürlich merkte ich noch, dass der Masseur mich mit all seiner rohen Kraft stranguliert hatte. Ich war mir sicher, dass ich den Weg jetzt mit den wenigen Schmerzen weitergehen konnte. Gott sei Dank. Aufatmen. Nach einem kleinen Frühstück in der Herberge - nicht so mein Geschmack - ging es dann wieder los und ging genauso weiter wie am Vortag: steinig, felsig und steil. Nicht so gut für meine Schulter. Aber heute ist auch nur ein kurzes Stück geplant. Amir, ein gebürtiger Israeli, der schon viele Jahre in London lebt, will nur kurz sprechen, da er schneller als ich geht und heute noch abreisen will. Doch dann gehen wir die gesamte Strecke zusammen. Wir unterhalten und über Israel, meine Besuche in Israel, das Judentum, die aktuelle Situation in Israel usw. Es ist sehr interessant, mit Amir zu sprechen, er kennt viele Fakten, Zahlen und Hintergründe. Die Zeit des Wanderns vergeht daher wie im Flug. Dann entspannt Frühstück mit anderen Pilgern. Es ist mittlerweile wieder heiß und ich freue mich auf mein Hotel, nach mehreren Tagen in Herbergen. Es ist doch etwas anderes, seinen privaten Raum zu haben, in Ruhe Duschen odef ein Bad nehmen, Fenster auf oder zu, Klimanlage an oder aus. Stichwort Badewanne. Leicht gefehlt. Da kann doch niemand so richtig baden und herauszukommen war mit meinen Schulterschmerzen echt kompliziert. Die Badewanne hatte gut und gern  Ausmaße von 1,30 x 1,30 m - zu wenig, aber was tut man nicht alles für ein warmes, entspannendes Bad.

Dann mal in die Stadt, von der ich schon beim Kommen begeistert war. Die alten Tempelritter haben sich dort 1200/1300 eine tolle Burg hingestellt, insbesondere, um Pilger auf ihrer Reise zu beschützen. Aber auch sonst hat die Stadt etwas. Viele kleine Cafes, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und kleine Shops, die leider nur teilweise offen waren. Und was man natürlich immer sieht, Pilger, natürlich. Sie hängen in Restaurants, um sich zu stärken oder in Bars und Cafes um etwas Flüssigkeit aufzunehmdn oder sie laufen einfach nur von einer zur anderen Sehenswürdigkeit - man ist ja meist nur einen Tag vor Ort. Und wie es so ist, wenn man über den großen Platz geht. Der Ruf: Hey Bernd, join us. Gut auf eine eisgekühlte Cola. Dann lass ich mich noch breitschlagen, die Burg zu besichtigen und geht es in einem Tross gemeinsam zur24/7 Apitheke, um ein paar Mittelchen gegen meine Schulterschmerzen zu kaufen. Immer gut, irgendj emand aus der Gruppe spricht meistens noch eine weitere Sprache, so dass der Kaufakt etwas schneller erfolgt, da die nette Apothekerin leider keiner anderen Sprache mächtig ist. Ich hatte Hunger, da ich noch nicht viel gegessen hatte. Gutes Stichwort. Da gehen wieder alle mit und machen mit. Und wenn man da so sitzt, kommt def eine oder andere Pilger an und es hallt der Ruf: Join us. So ist das. Und schön ist das. Dann vergrieche ich mich in mein Wohlfühl-Hotel Los Templaros und lasse es mir gut gehen. Bis morgrn um 6 Uhr.

Tag 28: Montag 13. Juli 2026, Ponferrada nach Villafranca del Bierzo, 24,99 km, 357 m bergauf, 391 km bergab

Morgens wie immef um 6 Uhr. Raus aus meinem Templer-Hotel, Route finden aus der Stadt raus aud den Caminoweg.es ist schön, von weither auf die Stadt zu schauen mit den dahinterliegenden Bergen. Entlang an weiten Feldern mit Weinstöcken. Durch Dörfer und kleine Städte, die die Pilfer wie magisch in die Cafes ziehen, um sich kurz zu sprechen, wo man so war, wo man an diesem Tag hingeht und wo man nächtigt.so auch Cacabelos, u.a. mit Bob und seiner Frau Jeanine. Eines der letzten Fotos mit Bob. Greg, den ich das letzte Mal in Logronge gesehen hatte, war auch mal wieder aufgetaucht. Es wurde wieder  heiß, wo ich die lange Strecke neben def Straße herging, bis zum Walstück, wo man auf das Städtchen Villafranca schauen konnte. Ein toller Ort mit mehreren Kirchen und historischen Gebäuden, wie z.B. eine große Festung. Aber auch kleine Gässchen, manche Häser schön herausgeputzt, manche am verfallen. 

Direkt am Ortseingang kommt man an der bedeutenden Kirche Santiago vorbei. Kranke Pilger, die ihre Reise nicht weiterführen konnten, konnten hier bereits ihre Sündenvergebung erhalten. Nur blöd ist, dass irgendwie alle Kirchen gefühlt geschlossen sind, montags immer. Lediglich eine Kirche am Berg konnte ich mir ansehen, auch keine Messe, nichts. Wofür hat man denn vier Kirchen? Trotzdem, eine sehr schönes Städchen mit einem großen Platz, dem Plaza Major. Hier war auch mein Hotel. Ja, wer jetzt sagt, schon wieder ein Hotel, der liegt richtig. Aber manchmal ist sonst keine Unterkunft über booking.com buchbar. Natürlich kann man einfach drauf los gehen und hoffen, dass man einen Platz in der städischen Herberge oder auch in kirchlichen oder privat geführten Herbergen bekommt, aber da bin ich vielleicht zu deutsch. Ich will schon gern im Voraus planen und auch eine gut bewertete Unterkunft haben und nicht irgendeine Absteige. Zudem nutze ich jetzt nach den Schulterbeschwerden ausschlielich den Transportservice für meinen Rucksack.Und sicherlich spielte hier auch eine Rolle, dass ich in den nächsten Tagen ein paar höhere Hügel übersteigen musste. Und hierfür wollte ich gut ausgeruhr sein. Übbrigens, eine komfortable Badewanne gab's im 2. Schritt auch, nachdem ich dies beim ersten Zimmer reklamierte. Nun, ich buche kein Hotel mit 4 Sternen, gut und günstig muss es sein.

Mittags am Plaza treffe ich noch einmal Bob und Jeanine, die sich zu mir setzen. Ich lasse mich dazu verleiten, mit ihnen noch ein gut gekühltes Bier zu trinken. Danach einchecken, im Supermarkt ein paar Sachen kaufen und etwas die Stadt erkunden.

Abends dann noch Dinner mit den anderen. Eine Pizzeria, die überwiegend Lieferservices bedient oder zum Mitnehmen, ist die einzige Möglichkeit. Aber gut und günstig. Wir sitzen hinten in einer kleiben Nische  mit 5 Leuten, dann kommen weiter drei Pilger und schlussendlich auch Bob mit seiner Frau. Das letzte Mal, wo ich ihn noch lebend gesehen habe. So ist das Leben.

Ins Hotel zurück, die anderen sind noch geblieben und gute Nacht. Morgen wird der erste Hügel mit ca. 980 m Höhe bestiegen.

Tag 29: Dienstag 14. Juli 2026, Villafranca del Bierzo nach Vega de Valcarce, 20,29 km, 693 m bergauf, 570 m bergab

Mein lieber Guide, also mein Reiseführer als Buch und App, hat mir heute leider wieder einen Streich gespielt. Die Strecke zwischen Villafranca und O Cebreiro wird dort als sehr schwer kategorisiert, was bei den Höhenmetern (1.334 m bergauf/563 m bergab) und der Distanz von 31 km auch nicht zu bestreiten ist. Daher hatte ich mich entschlossen, den Weg an zwei Tagen zu gehen. Was die App leider verschwiegen bzw. falsch dargestellt hat, man kann auch einen einfacheren Weg problemlos und sicher an der Straße entlang gehen - abgesperrt vom Verkehr und so. Der alternative Weg geht über die Berge. Nun, dann vertraue ich mal der App; der Weg soll auch nur 2 km weiter sein. Doch weit gefehlt. Der Weg geht hoch auf 980 Höhenmeter und der Abstieg  ist echt schrecklich - steining, durch Gebüsch. Sicherlich 2 km mehr aber dafür die doppelte Zeit und echt viel Schweiß. Als ich die anderen, die die Straße entlang gelaufen sind, getroffen habe: echt easy, kein Problem, keine Mühe, kein Schweiß. Und ich, total kaputt. Gut, dass ich mir einen Zwischenstopp gesetzt habe. Hätte aber auch nicht sein müssen, wenn ich die Straße entlang gegangen wäre. Aber die Aussicht war zumindest gut. Ich werde die App auf jeden Fall zu Hause löschen :-).
Die einige Person, die ich diesen Höhenweg habe gehen sehen, war ein Fahrradfahrer aus USA, der sein Bike den Weg hochschieben musste. Einen Weg, der schon alleine zum Gehen steil und unwegsam ist. Und dann mit Bike - echt ein riesiges Problem. Wahrscheinlich hat er die gleiche App wie ich genutzt :-).
Unten angekommen, bei den anderen relaxten Pilgern musste ich erst einmal kaputt und ausgelaugt einen km in die andere Richtung gehen, um etwas zu frühstücken und zu trinken. Oben auf dem Berg, da wo mit Ausnahme von mir und dem Biker niemand geht, war natürlich auch kein Cafe oder Foodtruck.
Der restliche Weg an der Straße entlang, war, wie wahrscheinlich auch der vorherige Teil, einfach zu gehen und ich landete recht früh bei meiner Pension, bei der schon einieg Radfahrer aus Frankreich und Spanien vor der Tür saßen. 
Das Zimmer, klein und heiß, trotz des Ventilators. Wäsche waschen, einkaufen. Abends dann die Whatsapp von Reid, dass Bob gestorben ist, was mich echt schockte. Fragen über Fragen. Warum? Weshalb? Doch diese kann niemand beantworten.

Bis spät nachts spielte noch ein Junge draußen mit dem Fußball, indem er über Stunden den Ball gegen eine Mauer schoss. 

Eine traurige Nachricht erhielt ich heute. Bob aus den USA, hier auf dem Bild mit seiner Frau Jeanine, ist heute auf der Wegstrecke nach O Cebreiro kurz vor der Herberge La Faba nicht weit von meinem Zielort an einem Herzinfakt gestorben. Das macht mich sehr traurig. Das Foto zeigt ihn nach einem gemeinsamen Stopp in einem Cafe gestern kurz vor Villafranca. Wir saßen anschließend noch gemeinsam in Villafranca und haben zusammen ein Bier getrunken. Abends trafen wir uns zufällig vor der Kirche und dann in einer kleinen Pizzeria. Und heute ist alles anders. Ich, wir alle Pilgrims, die ihn kannten, trauern um ihn. Er war ein freundlicher, offener und herzlicher Mensch. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau, den beiden Kindern und seinen Enkelkindern.

Tag 30: Mittwoch 15. Juli 2026, Vega de Valcarce nach O Cebreiro, 12,63 km, 769 m bergauf, 105 bergab

Etwas mulmig war es mir an diesem Tag. Ich würde heute die Wegstrecke gehen, auf der Bob gestern gestorben ist. War schon etwas komisch für mich. Zuerst die Hauptstraße entlang, dann links abbiegen Richtung LaFada und dann geht es in die Wälder und mehrere steinige steil aufsteigende Wege. Hier also irgendwo ist Bob gestorben - es ist aber nichts zu erkennen. Ich gehe zur Herberge LaFada, die von Leuten aus Stuttgart geleitet wird und spreche über das gestrige Ereignis. Sie waren noch immer geschockt. Auf der Wegstrecke sieht man immer wieder Gedenktafel, die auf den Tod eines Pilgers hinweisen. Es sind also schon immer Pilger auf ihrer Pilgerreise gestorben. Doch das mit Bob, ist sehr nahe und persönlich. Dann erreiche ich O Cobreiro und werde von einem Dudelsack-Bläser begrüßt. O Cobreiro sieht ganz anders aus als alles, was ich vorher gesehen habe. Der Ort, auf 1.380 m Höhe gelegen, hat einen keltischen Einschlag. Die Häuser sehen komplett anders aus. Es wirkt wie Disney Wunderland mit den Rundhäusern. Ich lasse mich dort dieser, wo die anderen Pilger schon sitzen, esse und trinke etwas, da noch Zeit bis zum Check-in ist. Dann besuche ich die Kirche Santa Maria la Real, uralt aus dem 9ten Jahundert, wunderschön, sagenumwogen und zünde dort eine Kerze für Bob an. 
Meine Unterkunft, eine kleine Pension, die nach Aussage von Brahm aus Holland, im Netz mit "Vorsicht Bettwanzen" angegeben ist. Nun, ich habe keine gesehen und gefunden. Mein Zimmer, uralt, die Möbel, wahrscheinlich aus alten Bestäden sinnlos im Zimmer verteilt. Nichts, was man als Übernachtender hier braucht. Dunkle Schränke mit zig Schubladen. Wer braucht so etwas?
Dann abends Messe mit Pilgersegen in der Kirche. Zuvor hatten die Amerikaner spontan einen Gottesdiesnt für Bob gemacht - wusste ich leider nicht. Hier treffe ich auch noch meine Freunde, die leider einen Ort weiterziehen, schade.
Einkaufen ist auch ganz lustig. Ein so übersichtliches Sortiment habe ich noch nie gesehen. Und Joghurt steht hier ganz normal im Regal, also nicht Kühlregal. Bin gespannt, wie der schmeckt.
Alle 10 Decken im Bett beiseite geräumt, geschlafen und nachts von lauten Tierrufen wieder aufgewacht. Ich weiß bis heute nicht, was das für ein Tier war.
Die Nacht geht irgendwie rum und ich bin froh darum.

Tag 31: Donnerstag 16. Juli 2026, O Cebreiro nach Triacastela, 23,06 km, 337 m bergauf, 969 m bergab

Schlecht geschlafen, wegen vermeintlicher Bettwanzen und nachts schreienden Tieren stehe ich wie immer früh auf. Verzehre meinen undefinierbaren, ungekühlten Joghurt und ziehe meines Weges. Es erwartet mich draußen ein wunderschöner Sonnenaufgang. Der Nebel ist noch in den Tälern. Man kann weit schauen von diesem Bergdorf. Toll und unbeschreiblich. An der Pilgerstatue am Alto San Roque vorbei und dann abwärts durch kleinere Orte mit Viehwirtschaft. Tief im Tal noch immer Nebel, durch den man jetzt gehen muss. Ich gehe die ganze Zeit mit Johan aus Frankreich, den ich auch schon länger kenne, der sich aber eher zurück hält, da er kein Englisch spricht. Wir nutzen teilweise der Google-Übersetzer. Im nächsten Kaffee dann einen Teil der amerikanischen Pilgergruppe mit Pfarrer. Und dann taucht doch wirklich wieder ein Deutscher auf, welch seltenheit. Marco aus der Nähe von Freiburg, der den Camino jetzt zum 2. Mal geht. Er erzählt mir seine Beweggründe. seine Hoffnungen und von mir erhält er Lebensweisheiten und Ratschläge. Mal schauen, was er daraus macht. Es geht steil bergab.
In der Herberge
 

Tag 32: Freitag 17. Juli 2026, Triacastela nach Barbadelo, 23,52 km, 619 m bergauf, 706 m bergab

Morgens früh. Ich bin der erste im Zimmer, der heute aufsteht und startet. Meine 3 Kumpels im Zimmer, alles Spanier wollten noch bis 8/9 Uhr schlafen. Also, ganz ruhig fertig machen - fertig. Als ich aus der Herberge heraus kam, war auf der anderen Straßenseite das nette Ehepaar aus Canada, das ich auch schon lange kannte und machte mich auf gemeinsam mit ihnen auf den Weg. Tür hinter mir zugezogen. Erledigt. Nach 500 m gemeinsamen Gehens merkte ich, dass irgend etwas fehlte. Ja, meine Stöcke, schon wieder :-(. Das kann doch nicht sein. Vor der Herberge stand ich natürlich vor verschlossener Tür - ich hatte sie ja sorgfältig zugezogen. Ich hatte aber gesehen, dass die Herbergsleitung bereits im Hause war, Anruf unter der Herbergsnummer, dann nach ca. 20 Minuten hatte ich dann meine Stöcke und konnte los gehen. Wie immer, sehr spät.
Dann, gleich wieder den Berg hoch. Als hätte ich das nicht schon die letzten Tage genug gehabt. Aber schön war es, nicht zu warm, durch Wälder hindurch. Hier in Galizien ist das Wetter anders als zuvor. Es ist nicht mehr ganz so heiß und es ist grüner um einen herum.
Beim Kaffee treffe ich Steaven mit seiner Frau aus Taiwan, die ich schon am ersten Tag getroffen habe. Sie tauchen immer wieder auf, selbst in einem kleinen Shop in Pamplona, wo sonst niemand ist, sind sie auf einmal da. Und dann immer mal wieder unterwegs. Beide sprechen aber nur ganz wenig Englisch und so reduziert sich das alles auf ein freundliches Lächeln, Hände schütteln und die üblichen Fragen, wo man die letzte Nacht geschlafen hat und wohin man heute geht.
Zufüllig treffe ich auch am gleichen Kaffee Carmen, die Besitzerin der Herberge, wo ich übernachten werde. Sie hörte in meinem Gespräch mit Steaven den Ort "Barbadelo" und fragt dann interessiert, wo ich dort übernachte. In der Herberge Carmen. Daraufhin Sie, toll meine Herberge. Ich: Übernachtest Du auch dort? Sie: Nein, mir gehört die Herberge. Sie hatte gerade einen Ausflug, 10 km entfernt, mit Ihren Eltern aus Italien gemacht.
Der Weg führt über die Stadt Sarria, die ich mir noch etwas angesehen habe. Die Altstadt sehr schön, aber der Rest, naja. Gut, dass ich weitergehe nach Barbadelo. Ich muss sehen, dass ich ein paar Kilometer raushole, da ich am letzten Tag eine Herberge habe, die am Stadtrand von Santiago de Compostela liegt, damit ich morgens recht früh dort ankomme. Also weiter in der zwischenzeitlich bestehenden Mittagshitze.
Der Weg hin nach Barbadelo zieht sich wie Gummi - scheint nie zu enden. Und die Kilometerangaben auf dem Werbeschild der Herberge sind meines Erachtens falsch. Sollte man noch einmal prüfen - ist wahrscheinlich aber gewollt.
Endlich angekommen. Abends dann gemeinsames Abendessen. Ich freue mich, dass Joey, Reid und Justine sich auf den langen Weg gemacht haben, von ihrer zu meiner Herberge, um mit mir etwas Zeit zu verbringen. Die Gemeinschaft mit allen am Tisch ist toll, das Essen übrigens auch: Italienisch. Pasta, Pollo und Tiramisu, alles hand- und hausgemacht. Ich treffe hier auch mein englisches Pärchen aus der Herberge in El Acebo de San Miguel.

Tag 33: Samstag 18. Juli 2026, Barbadelo nach Castromajor, 29,11 km, 654 m bergauf, 619 m bergab

Seit Triacastela versuche ich, immer ein paar Kilometer weiter zu gehen als mein Guide es vorschlägt, da ich kurz vor Santiago de Compostela Halt machen möchte und keine vollen 20 km mehr gehen möchte, um früh in der Stadt anzukommen. Daher habe ich weder in Sarria als auch in Portomarin keine Übernachtung mehr gewählt, sondern bin weiter gegangen. So auch heute. Ich gehe morgens früh von Barbadelo los, es ist noch etwas kühl und dunkel, Wolken am Himmel, was ja nicht unbedingt schlecht ist. Nur, hoffentlich kein Regen. Es klart später auf. Heute ist ein wichtiger Tag, den so c. 8 km hinter Barbadelo überquert man die 100er Marke - also nur noch 100 km bis ans Ziel. Das merkt man auch, da auf einmal serh viele spanische Jugendliche und Jugendgruppen unterwegs sind. Denn man erhält die Compostela, wenn man mindestens 100 km auf spanischem Boden nach Santiago de Compostela gelaufen ist und mindestens pro Tag zwei Stempel im Pass vorweisen kann. Bei Fahrrad und Pferd sind es 200 km. Nun, auf einmal ist Betrieb. Und auch die Zahl der privaten Stempelstellen ist auf einmal auch stark gestiegen. Überall gibt es gegen eine "Spende" einen Stempel. Dann der wichtige Wegstein: 100km. Den Rest des Weges läuft man dann auf einer Pobacke ab, bedenkt man, dass man bis hierhin schon 660 km gelaufen ist.
In Portomarin geht es erst einmal über eine große Brücke. Zuvor meldet man sich auf der linken Seite der Brücke mit Glocke, mit der Liberty Bell an. Dann eine steile, alte Treppe mit 46 Stufen, die hinaufführt in die Altstadt.
In der Altstadt herrscht Trubel, denn hier findet eine Hochzeit statt und die wird lautstark, mit Jubel und Böller gefeiert. Die Kirche innen ist festlich geschmückt. So auch die Gäste in langen Kleidern, die Männer in Anzügen und das bei ca. 35 Grad. 
Nach einem Getränk und den dazugereichten Tappas geht es weiter, in der Mittagshitze nach Castromajor. Eine andere Unterkunft hatte ich leider nicht mehr über Booking.com bekommen, da so viele spanische Landsleute unterwegs sind und alles weggebucht haben.
Es geht durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete und Dörfer mit Kühen, und Schweinen und es riecht eigentlich überall nach Landluft. Von weither schreien Schweine und auch Hunde sind permanent am Bellen. Hunde laufen hier sowieso ständig in den Orten und weit vorher frei herum. Sie sind aber friedlich, auch wenn sie aussehen, als könnte die dich mit einem Happen auffressen.
Ich lande in einem kleinen Ort. Keine Einkaufsmöglichkeiten, eine Bar, die nur Pizza anbietet und zwei Pensionen. Ich habe ein kleines Zimmer - nass und kalt und igendwie unbehablich. Die Nachbarn sind ausgezogen da sie Bettwanzen in ihren Betten hatten. Ich habe alles nachgeschaut und bei mir nichts gefunden. Nun, in dem kleinen Zimmer wollen wahrscheinlich selbst Bettwanzen nicht hausen. Erst einmal alle Decken nach draußen. Wäsche waschen, die bei diesen klimatischen Zuständen im Haus niemals trocknet, eher noch mehr Feuchtigkeit zieht. Und hoffentlich ist die Nacht bald vorbei. Übrigens. Die Vermieterin hat mich noch nicht einmal begrüßt. Aus dem oberen Stockwer hat sie mir per spanischer Sprache und wild gestigulierend deutlich gemacht, wo der Schlüssel ist und im Flur war angegeben, welches mein Zimmer ist und dass ich mich gefälligst anmelden soll, was ich aus Trotz nicht getan habe.
Dann in die einzige Bar - meine Rettung. Bier, und noch eins, dann Pizza, sonst gab es ja nichts und für den morgigen Tag dann noch Wasser und Joghurt für das Frühstück. Und der Hund saß natürlich neben mir, da ich der einzige Gast war. Sicht fragend: Bekomme ich ein Stück von der Pizza oder ich nehme mir einfach die gesamte Pizza. Also hab ich ihm immer ein Stück abgegeben.
Und nochmals. Hoffentlich ist die Nacht vorbei und Booking.com bekommt was von mir zu hören: 7,0 - das ar noch nicht mal eine 4,0. Gute Nacht.

Tag 34: Sonntag 19. Juli 2026, Castromajor nach Melide, 30,98 km über Palas de Rei, 641 m bergauf, 717 m bergab

Schnell weg aus Castromajor. Ich habe natürlich, wenn man die ganze Nacht an Bettwanzen denken muss, und es feucht und kalt ist, nicht gut geschlafen. Draußen ist es genauso, feucht und kalt. Ich starte wie immer so um 6.30 Uhr und gehe meinen Weg. Weiter weg sieht man, dass es regnet. Hoffentlich kommt das nicht hierher. Unterwegs treffe ich einen älteren Spanier, den ich ausnahmsweise mal überhole. Dann ein nettes Kaffee, was nicht üblich ist an einem Sonntag. Das hilft weiter. Es geht durch viel grün und Wald, an netten Häusern vorbei und in die Stadt Palas de Rei. Auch hier kurz Mittagessen in einem kleinen Cafe, dann etwas durch die Stadt geschlendert, auf dem Markt. Aber ich entschließe mich, weiterzugehen. Bis nach Melide sind es noch ein paar Kilometer. In allen kleineren Dörfern sind bereits Vorbereitungen für das Endspiel Spanien gegen Argentinien getroffen, über Girlanden bis hin zu Bierzelten. Die spanischen Jungs laufen in der Stadt mit der spanischen Flagge herum.
Nach schönen Wegen folgen wieder einmal Herausforderungen mit steinigen, felsigen und steileren Stücken. Aber ist gesamt gut. Eine insgesamt lange Strecke heute mehr als 30 km. Ich muss mich sputen, dass ich nicht wie gestern erst spät ankomme. Es zieht sich, nachdem ich in Melide ankomme, die lange Hauptstrasse entlang bis zur Herberge.
Nette Begrüßung, endlich wieder eine Waschmaschine, Wäsche in der Sonne aufhängen und in den langen Schlafsaal. Ist aber OK, es sind nur weitere 4 Personen da. Es ist gemütlich, ich esse wieder eine Pizza und wieder Bier gegen den Durst. Und ich entschließe mich, in der Herberge zu bleiben, also kein Barbesuch und Fußball zusammen mit Spaniern. Gut so, ein langer Fußballabend zu viert: dem Herbergsleiter, einer Volonteerin und meiner Bettnachbarin, bei der ich erst dachte, dass sie auch Spanierin sei, nein doch zumindest Italienerin. Schlussendlich stellt sich heraus, dass sie Bulgarin ist und mehrere Sprachen spricht, was ich immer neidvoll bewundere.
Das Spiel mit Pause, Trinkpausen, Verlängerung geht bis fast 0 Uhr und ich bin froh als das langweilige Spiel zu Ende ist und ich ins Bett gehen kann. Morgen geht es wieder früh raus und der Kilometerzähler rattert nur so runter.   

Tag 35: Montag 20. Juli 2026, Melide nach O Pino über Azua, 23,65 km, 540 m bergauf, 639 m bergab 

Am Tag nach dem Spiel ist erst einmal Aufräumen in den Straßen von Melide angesagt. Spanien hat gewonnen 1: 0 und ich hörte später dass in der Stadt echt viel los war. Ich habe in der Herberge hiervon Nichts mitbekommen. Kein Geschreie, kein Autocorso. Und so mache ich mich wieder früh auf durch die dunkle, menschenleere Stadt, ein paar Touristen werden am Hotel abgeholt, sonst nicht viel. Nach einigen Kilometern der Hauptstraße entlang, kommt dann endlich wieder einmal ein Cafe. Dann sehe ich gegenüber eine Kirche und die ist wirklich offen. Das gibt es nicht. ChatGPT sagt mir immer, welche bedeutenden Kirchen alle am Wegrand stehen und keine davon ist offen. Sonntags nicht weil Messe und montags ist anscheinend Ruhetag. Und so hole ich mir dort meinen Stempel in meinem Pilgerpass.
Die Wanderschaft geht über das kleine Städtchen Azua. Hier soll es wichtige Kirchen und einen beliebten Käse geben. Die Kirchen sind wie gesagt alle geschlossen und den Käse gibt es auf einem gut garnierten Brot in einem kleinen Cafe. Ansonsten gibt es nicht viel und ich ziehe weiter. Ich muss ja nch ein paar Kilometer weiter gehen.
In einem kleinen Städchen vor der großen Gemeinde O Pino habe ich eine Bleibe gefunden. Die Herberge mit angeschlossenem Restaurant bietet mir alles, was man braucht. Ist auch wenig los in diesem kleinen Ort.
Ich liege in einem Schlafsaal mit 12 Betten. Spanier, Amerikaner. Zum Glück sind nur 6 Personen im Raum. Essen ist ganz gut. Abends treffe ich Nathan aus den USA, den ich schon lange kenne.
Morgen geht es wieder früh raus. Ich habe eine lange Strecke vor mir. Gute Nacht.

Tag 36: Dienstag 21 Juli 2026, O Pino (A Calle) nach Monto Do Gozo über O Pedrouzo, 31,73 km, 639 m bergauf, 656 m bergab

Meine letzte größere Etappe, dann habe ich es geschafft. Hoch motiviert geht es nach einem Frührstück gemeinsam mit Nathan, zu dem ich mich kurzfristig entschlossen hatte, los. Das Frühstück auch hier wieder, im Vergleich zu vielen anderen Herbergen, gut und ausreichend.
Dann geht es los, wieder bergauf, bergab, durch grüne Landschaften, an Straßen entlang in den größeren Ort O Pino/O Pedrouco. Nein, auch hier war keine der angeblich so wichtigen Kirchen offen, obwohl Dienstag. Nach einem Cafe und dem obligatorischen Besuch der Apotheke wegen meines rechten dicken Zehs und den kleinen Ausflügen zu den Kirchen - da sonst keine anderen Sehenswürdigkeiten vorhanden - geht es weiter. Und wieder weiter den Berg hoch. Aber es wird besser, da du das Ziel vor Augen hast. Aber dennoch eine sehr lange Strecke. Ich treffen Nacho, einen jungen Spanier, der mit einer Reisegruppe junger Leute hier ist und alleine gehen wollte. Das Gespräch war nett und er ist sehr interessiert. Er startet nach einem abgeschlossenen Jura-Studiums im September in einem Unternehmen. Wir unterhalten uns viel über Christsein, evangelische und katolische Kirche, Führungsaufgaben im Unternehmen - und die Zeit geht sehr schnell vorbei. Es ist wieder sehr heiß geworden und ich bin froh, dass ich in dem Ort, in dem Nacho eine Herberge hat, ein kleiner Laden ist, bei dem ich ein paar kühle Getränke kaufen kann.
Es geht weiter und ich treffen zwei deutsche Frauen, die den anderen Camino im Norden gegangen sind. Sie ziehen weiter nachdem ich in die riesengroße Anlage Albergue Monto de Gozo abbiege. Hier passen mehrere tausende Menschen hin, Haus an Haus. Du gehst ziemlich weit, bis durch an der Anmeldung bist. Die Buchungen über Booking.com haben anscheinend kleiner Häuser. In einem Raum sind 3 Hochbetten. In einem Haus so ca. 10 Räume, also insgesamt pro Haus 60. Eine riesige Anlage und ein sehr gutes Restaurant mit vielen Tischen und Sitzgelegenheiten. Also alles rundum gut.
Ich habe nur einen Zimmergenossen, der sich direkt mein zugewiesenes Bett ausgesucht und dort bereits geschlafen hat. Also ein neues Bett für mich. Er kommt gebürtig aus Mali und lebt in Spanien. Mehr konnte er mir leider nicht sagen, da er nur französisch und spanisch sprach und eigentlich die meiste Zeit nicht im Zimmer war. Irgendwann nachts bin ich mal aufgewacht und habe gesehen, dass er im Bett liegt. Mehr nicht.
Gute Nacht bis zur letzten kleineren Tour und dem Ende des Caminos.

Tag 37: Mittwoch 22. Juli 2026, Monte De Gozo nach Santiago de Compostela; 5,18 km, 69 m bergauf, 149 m bergab. Angekommen in Santiago de Compostela nach 779 km (gem. ausgestelltem Zertikikat)

Ich bin froh, dass ich mein Ziel und meinen Wunsch, einmal den Jakobsweg zu gehen und vor dieser wunderschönen Kathedrale zu stehen, erreicht habe. Das macht mich glücklich nach all den Mühen, der Kraftaufwendung, dem vielen Schweiß, den Entbehrungen, den schönen und weniger schönen Ereignissen. Die vielen Hügel, Berge, steinigen und felsigen Wege, die heiße Sonne lasse genauso hinter mir, wie die guten Dinge, tolle Menschen, die ich auf dem Weg kennenlernen durfte, mit denen ich nur ein kurzes Stück, teilweise auch lange Strecken gewandert bin  - ihre Geschichten, Träume und Hoffnungen. Manche kenne ich schon von Anfang an, manche erst seit kurzem. Jetzt gilt es nach und nach Abschied zu nehmen von all diesen, die ich liebgewonnen habe und die gemeinsam mit mir das Ziel verfolgt haben, den Camino zu gehen und vor der Kathedrale in Santiago de Compostella zu stehen. Stolz, voller Ehrfurcht und dankbar.

Da ich recht früh in Santiago de Compostela angekommen war und mein Gepäck im Hotel abgeben konnte, habe ich mir erst einmal die Kirche von innen angesehen, insbesondere das Grab des Jüngers Jakobus, des Älteren. Das ist schon etwas Besonderes. Ich hatte nur eine Wegstrecke von 5 km vom Alberge de Monte Gozo zu laufen, also nicht Bemerkenswertes. Nachdem wir dann später gemeinsam die Credentials im Pilgerbüro abgeholt haben, ging es erst einmal in die 12 Uhr Messe. Eine Kirche so voll, wie man sich das nicht vorstellen kann. Lange Schlangen vor dem Eingang, so dass nicht alle Menschen in die Kirche hineinkommen konnten. Ein schöner Gottesdienst. Dann musste man sich wieder einmal stärken, nach der letzten kurzen Pilgerstrecke. Die Stadt ist voll mit Pilgern und Touristen, so dass es schwierig war, einen Tisch für so viele zu bekommen. Im 2. Step hat es dann geklappt. Zurück ins Hotel, baden, schlafen und anschließend die ersten aus der Gruppe verabschieden: Joe und Reid. Ich kenne Joe bereits seit dem ersten Tag. Joe's Bett war über mir in Orisson. Wir haben uns immer wieder getroffen, sind eine lange Zeit zusammen gewandert. Das gilt dann auch für Reid, da beide nach den ersten Tagen unzertrennlich zusammen waren. Zwei tolle Menschen. Dann zurück ins Hotel, die anderen lasse ich zurück, bei Cocktails und Wasser. Bin gespannt, was da noch alles war. Ich war müde und musste schlafen - bin ha auch schon älter. Gute Nacht Santiago de Compostela.

Die letzten Tage in Santiago de Compostela

Am 24. Juli 2026 geht es spät Nachmittag um 17.45 Uhr zurück mit dem Flugzeug  vom naheliegenden Flughafen. Ich habe noch etwas Zeit, mir die Stadt und Museen anzusehen. Gerne besuche ich den Vorplatz der Kathedrale. Es ist schön, die ankommenden Pilger zu sehen. Manchmal treffe ich noch bekannte Pilger von meiner Wanderung. Das ist immer sehr schön. So auch Cara aus Colerado, mit der ich anfangs zusammen gegangen bin. Wir hatten weiderhin Kontakt per WhatsApp und sie hatte ihr Eintreffen angekündigt. Es ist auch schön, in überglückliche Gesichter der Pilger zu sehen. Pilger, die mit ihren Hunden die Strecke gemeinsam gelaufen sind. Humpelnde Pilger mit Blasen an den Füßen, schmerzenden Beinen und Knöchel. Betende Pilger.
Natürlich steht wieder die Messe um 12.00 Uhr an. Sie ist schön und feierlich, ganz besonders wegen der wunderbaren Kathedrale.
Auch die Meseen müssen besucht werden, wie das Museum der Kathedrale und das Pilgermuseum.
Abends dann Treffen mit meinen Freunden, Geschichten erzählen und sich so langsam von den Weggefährden verabschieden. Nach ein paar Souvenirs schauen. Und abends ist man - wie gewohnt  - früh müde und geht schlafen.
Und morgens wacht man früh auf. Es regnet an meinem letzten Tag. Ich schlendere noch in der Stadt herum und mache mich um 11 Uhr auf die Socken zum Flughafen. Zu Fuß zum Busbahnhof so knapp ein Kilometer entfernt. Dann mit dem Bus zum Flughafen - 1 Euro!!! Und wen treffe ich: Simon, nein Jakob aus Dänemark, den ich die gesamte Strecke, und wir haben uns einige Male getroffen, immer Simon genannt habe. Und er hat nie etwas gesagt. Jetzt weiß ich, dass er Jakob heißt und ich sage Tschüß zu ihm. als wir in das Terminal des kleinen Flughafens gehen. Er über Amsterdam nach Dänemark, ich nach Frankfurt.
Und so sage ich auch Tschüß zu Santiago de Compostela und zum Camino.

 

 

779 km und 37 Tage liegen hinter mir. Jetzt muss ich erst noch einmal alles auf mich wirken lassen, die Erinnerungen, Emotionen, schöne und weniger schöne Dinge, die hohen Temperaturen und brennende Sonne, die staubigen und steinigen Wege, das Auf und Ab. Mein erstes größeres Projekt nach  in meinem Ruhestand: einmal den Camino Frances machen. Eine riesige Herausforderung, da sich meine Wanderungen eher auf Gassi-gehen mit dem Hund beschränken: Jetzt, jeden Tag eine Wegstecke von 20-30 km, manchmal mehr, manchmal weniger. Jeden Tag ein anderer Ort und eine andere Unterkunft - die Zeit schnellt an einem nur so vorbei. Jeden Tag Schmerzen in Füßen, Beinen oder Rücken - manchmal alles zusammen. Jeden Tag am Zielort Wunden lecken, Wäsche waschen, einkaufen, essen und dann früh schlafen in kleinen Hotels, Pensionen oder im großen Schlafsaal einer Herberge. Aber auch schöne Messen in alten Kirchenmauern mit dem abschließenden Pilgersegen, wunderschöne Sonnenaufgänge und Landschaft pur. Am nächsten Morgen um 6.00 Uhr heißt es dann wieder aufstehen und weitergehen, egal wie. Der Jakobsweg ist wie das Leben, nur verkürzt auf 6 Wochen. Nie weiß man, was auf einen am nächsten Tag oder auch im nächsten Moment zukommt - steinige Wege, schattenlose Feldwege unter heißer Sonne, den Berg hinauf und dann wieder steil abwärts, Freude und Leid. Gestartet bin ich am 16. Juni in Saint-Jean-Pied-de-Port über Pamplona, Burgos, Leon, Astorga bis nach Santiago de Compostela. Schlussendlich aber eine schöne Erfahrung. Ich habe viele tolle Menschen von überall her kennenlernen dürfen, die alle das gleiche Ziel verfolgen, mit all ihren Geschichten und Hoffnungen. Ich habe viele Emotionen gesehen und erlebt auf der Wegstrecke und viele überglückliche Pilger-Gesichter auf dem Vorplatz der Kathedrale. Und natürlich die vielen schönen historischen Bauten auf einer Wegstrecke, die ich bislang so noch nicht kannte. Der Weg ist das Ziel.

Kommentare

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  • André Meyer (Freitag, 24. Juli 2026 22:45)

    Hey Bernd, super, dass du es geschafft hast und eine so tolle Zeit hattest. Komm gut wieder Heim.
    Wir freuen uns auf deine Erzählungen.
    Liebe Grüße
    Andre

  • Esther Runkel (Freitag, 24. Juli 2026 16:40)

    Lieber Bernd, du hast es geschafft!!Herzlichen Glückwunsch und viel gute Erfahrungen und Gedanken zum Mitnehmen, wenn es zurück nach Hause geht!! N Grüße von Esther

  • Daniela Will (Freitag, 24. Juli 2026 13:03)

    Hallo Bernd! Schön dass du den Jakobsweg geschafft hast. Kannst mega stolz auf dih sein. Super Leistung. Wir sind alle sehr stolz auf dich.
    Liebe Grüße aus Gönnern vom Patrick, Danny und Niah

  • Marita (Freitag, 24. Juli 2026 11:55)

    🎊 meinen herzlichen Glückwunsch für so eine bemerkenswerte Wanderung und alles Gute für deine Rückreise. Liebe Grüße Marita

  • Manfred (Donnerstag, 23. Juli 2026 23:56)

    Lieber Bernd,
    herzlichen Glückwunsch und Respekt. Tolle Leistung und sicherlich eine einzigartige Erfahrung.
    Beste Grüße
    Manfred

  • Martina (Donnerstag, 23. Juli 2026 10:16)

    👍👏👏👏😎

  • Andre Meyer (Mittwoch, 22. Juli 2026 18:26)

    Moin Bernd,

    Schöne Fotos und Berichte. Genieße den Rest des Weges.

    Alles Liebe
    Andre

  • Sabine (Dienstag, 21. Juli 2026 19:56)

    Hallo Bernd, viel Spaß und Kraft auf den letzten Kilometern. Wir wünschen dir noch ganz besonders intensive Momente und Eindrücke. Wir sind ganz gespannt auf die persönlichen Berichte. Bis bald. Liebe Grüße von Sabine und Volker

  • Roswitha Henkel (Sonntag, 19. Juli 2026 10:53)

    Hallo Bernd, bald hast du es geschafft. Wir sind alle sehr stolz auf dich. Wir wünschen dir weiterhin alles Gute auf deinen letzten Kilometern. Komm gesund nach Hause und sehen uns dann August in alter Frische zum Grenzgang in Biedenkopf. LG aus Breidenstein

  • Michael Schmull (Donnerstag, 16. Juli 2026 21:27)

    Hi Bernd,

    bald geschafft.Tolle Bilder, spannende Berichte. Bin gespannt auf Deine Live-Berichte. Treffen uns dann im Café in Ittenbach 💪👍🏼.

    Grüße
    Michael

  • Mariesa Meyer (Donnerstag, 16. Juli 2026 09:08)

    Lieber Papa,
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg auf dem Jakobsweg. Pass auf dich auf ❤️ und genieße die Zeit.

    Ich bin sehr stolz auf dich! Bald hast du es endlich geschafft 😍

    Ich hab dich lieb ❤️

  • Roswitha Henkel (Dienstag, 14. Juli 2026 23:17)

    Das ist ja sehr traurig, was ich da gelesen habe. Das geht mehr sehr nahe. Pass bitte gut auf dich auf. Ich möchte dich bald wiedersehen. Der Jakobsweg ist schon eine gewaltige Totour. Wir freuen uns alle wenn du wieder gesund nach Hause gekommen bist. LG von Jürgen, Phil und Roswitha

  • Dennis Frehse (Donnerstag, 09. Juli 2026 21:02)

    Hallo Bernd!
    Es ist immer wieder beeindruckend, deine täglichen Berichte zu lesen und sich die dazugehörigen Bilder anzusehen. Du kannst jetzt schon sehr stolz darauf sein, was du jeden Tag aufs Neue geleistet hast.
    Noch eine Woche und du bist am Ziel.
    Pass weiterhin gut auf dich auf!
    Liebe Grüße Dennis

  • Esther Runkel (Mittwoch, 08. Juli 2026 20:39)

    Dem wackeren Pilger herzliche Grüße aus der Heimat und weiterhin e ultreia und e suseia!!!

  • Sabine Meyer (Sonntag, 05. Juli 2026 14:23)

    Hallo Bernd, heute ist Sonntag, hoffentlich auch für dich mal ein Ruhetag. Wir wünschen dir, dass du trotz der anstrengenden Strecken auch Zeit und Gelegenheit hast zu genießen. Liebe Grüße von Sabine und Volker

  • Roswitha Henkel (Freitag, 03. Juli 2026 22:05)

    Hallo Bernd, will mal wieder was von uns hören lassen. Sind heute von Tübingen nach Hause gekommen. Waren bei Leon. Hier war es auch sehr schön und angenehm warm, im Gegensatz in unserer Heimat. Wie geht es dir und bist du noch fit? Ist schon eine lange Zeit die du unterwegs bist. Bis bald mal wieder. LG von Jürgen und Roswitha

  • Martina (Freitag, 03. Juli 2026 17:35)

    Hallo Bernd, sehr schöne Idee Deine Reiseerlebnisse zu teilen. Ich bin Fan!Eine gute Zeit und pass auf Dich auf!

  • Manfred (Donnerstag, 02. Juli 2026 10:07)

    Hallo Bernd
    beeindruckend was du dir erwanderst. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.
    Beste Grüße aus der Heimat
    Manfred

  • Roswitha Henkel (Dienstag, 30. Juni 2026 23:12)

    Hallo Bernd, vielen lieben Dank für die tollen Bilder und deine viele Berichte von dir. Freue mich jeden Abend sie zu lesen. Geht es dir noch gut und ist es immer noch so heiß. Liebe Grüße von Jürgen und deiner Schwester.

  • Roswitha Henkel (Samstag, 27. Juni 2026 23:40)

    Hallo Bernd, ich lese immer deine Tagesabläufe und freue mich das du uns daran teilnehmen lässt. Hoffe doch, das es dir noch gut geht? Viele liebe Grüße von Jürgen, Phil und natürlich von mir.

  • Rudi Fecht (Samstag, 27. Juni 2026 18:26)

    Lieber Bernd,
    heute war bislang der Tag mit sehr hohen Temperaturen am Gestüt.
    Wieder haben wir alle Pferde gechont, mit kaltem Wasser abgespritzt und gefüttert.
    Danach an Dich gedacht.
    Ich wünsche Dir viel Wasser und einen Ruhetag in einem Gumpen gefüllt mit kühlem Wasser.

  • Dimi (Samstag, 27. Juni 2026 09:56)

    Danke für die Eindrücke, lieber Bernd. Ich drücke dir weiterhin die Daumen. Julian halt mich auch auf den laufenden.
    LG
    Dimi

  • Rudi Fecht (Mittwoch, 24. Juni 2026 20:23)

    Hallo Bernd,
    die Pferde werden abgespritzt, ich wünsche
    dass Dir dies auch geschieht!
    Iris hat es möglich gemacht dass ich Dir einen Kommentar schreiben kann!

  • Esther Runkel (Mittwoch, 24. Juni 2026 15:21)

    Hallo Bernd, heute beim Essen im Posttower mit den ehemaligen Kolleginnen Michaela Lengemann und Vera Wustinger haben wir an dich gedacht. Ich hoffe, es stellen sich bei dir keine Knieprobleme ein und dass du auf deinem Weg noch viele schattige Waldstücke vor findest! Viel Mut und gute Begegnungen! E ultreia!! Esther

  • Sabine Meyer (Mittwoch, 24. Juni 2026 13:16)

    Ganz herzliche Grüße und vielen Dank für die schönen Berichte und Bilder.
    Pass auf dich auf, bei der Hitze.
    Sabine und Volker

  • Gerd (Dienstag, 23. Juni 2026 20:48)

    Tolle Leistung und gute Berichte. Hoffentlich nicht zu heiß Gruß Gerd

  • Peter Müller (Dienstag, 23. Juni 2026 09:29)

    Hallo Bernd,
    ich wünsche dir noch alles Gute und viel Kraft für die weitere Strecke, und denke immer daran „der Weg ist das Ziel“.
    Lb Grüße Peter

  • Andrea Petri (Dienstag, 23. Juni 2026 09:02)

    Lieber Bernd, danke, dass Du mich an Deiner Pilgerreise teilhaben lässt. Ich wünsche Dir weiterhin immer das, was Du in Deiner jeweiligen Situation gerade an Gutem brauchst und Gottes Schutz und Segen. Liebe Grüße Andrea

  • Michael Schmull (Dienstag, 23. Juni 2026 09:01)

    Alles gute auf dem weiteren Weg. Schöne Bilder und Beschreibung.
    Grüße Michael

  • Jean-Pierre Rummens (Montag, 22. Juni 2026 12:35)

    In Gedanken laufe ich mit

  • Roswitha Henkel (Sonntag, 21. Juni 2026 22:13)

    Hallo Bernd, alles in Ordnung mit dir? Bist du noch fit? Bei uns ist es m Moment auch richtig warm. Gewitter gibt es fast jeden Tag. Lass es dir gutgehen. Ich denke oft an dich. LG deine Schwester Roswitha

  • Detlef Maskow (Samstag, 20. Juni 2026 08:34)

    ¡Hola! Bernd,
    das sind ja ganz tolle Bilder in StPdP! Ich wünsche dir noch viel Spaß auf deinem Weg. Buen Camino!
    LG Detlef

  • Roswitha Henkel (Freitag, 19. Juni 2026 23:42)

    Hallo Bruderherz, hoffe das es dir gut geht. Hast ja tolle Bilder gemacht. Schaue immer mal wie dein Tag verlaufen ist. Lass es dir gutgehen. LG Roswitha

  • Danny (Freitag, 19. Juni 2026 15:44)

    Hallo Bernd! Ich wünsche dir alles Gute bei deiner Wanderung und freue mich über viele Bilder von dir. Du schaffst das🍀😘

  • Hans-Jürgen Henkel (Freitag, 19. Juni 2026 11:31)

    Hallo Bernd ich wünsche dir alles Gute bei Deiner Wanderung des Jakobsweg
    LG
    Hans-Jürgen

  • Ingo (Dienstag, 09. Juni 2026 15:42)

    Hallo Bernd,
    schön, dass Du uns hier teilhaben lässt! Ich wünsche Dir viel Durchhaltekraft und immer genügend Blasenpflaster!!
    Liebe Grüße
    Ingo

  • Marita Simon (Dienstag, 09. Juni 2026 14:28)

    Guten Start Bernd, das alles so gelingen mag wie du es dir vorstellst. Sonne wirst du ja haben und hoffentlich einen guten Start. Liebe Grüße Marita

  • Dietmar (Dienstag, 09. Juni 2026 14:07)

    Respekt mein lieber Bernd, ich wünsche dir das es genauso gelingt wie du es dir vorstellst
    Herzliche Grüße Dietmar

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